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Ich liege im Bett, liege da dem Erschöpfungstod nahe nach einem Auftritt in einem quietschenden Bett und versuche einzuschlafen. Die Heizung pocht. Ich drehe sie ein bisschen auf, jetzt zischt sie nur noch. Meine Nerven sind schon jetzt so gespannt wie ein Drahtseil, auf dem ein wahnwitziger Seiltänzer in einem Panzer balanciert. Kaum habe ich mich an das Zischen gewöhnt und das Haupt auf das weiche Kissen sich langsam ankündigender flauschiger Träume gebettet, klingelt es an der Tür, einfach so… Read
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Früh morgens im Licht der aufgehenden Sonne ächzte der orangene Wagen der Müllabfuhr, von geschäftig fluchenden Müllmännern umgeben, die noch spärlich befahrene Hauptstraße unseres Viertels entlang. Gelbe Säcke voll des Wohlstandsmülls einst glänzender Verpackungen flogen von starken Armen spielerisch geworfen in den quietschenden Schlund seiner Presse. Ich selbst, gerade dem kalten Rauch der vergangenen Nacht nur widerwillig entronnen, stand unsicher auf meinen müden Beinen an einer Ampel, die schon längst auf Grün gesprungen war und kratzte mich schniefend im Nacken.… Read
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Ich stand heute morgen an der Bushaltestelle, zu früh, man mag es kaum glauben, wo ich doch sonst fast über meine heraushängende Zunge stolpernd dem fast verpassten Bus hinterherzuhecheln pflege. Ich erwartete also das Gemeinschaftsgefährt mit dem interessanten Geruch, als auch schon ein solches zuckelnd um die Ecke bog. So weit alles Routine, nur war nirgends ersichtlich, um welche Buslinie es sich handelte, weil alle Anzeigetafeln ausgefallen waren, die ein Bus so mit sich rumzuschleppen pflegt, um über die eigene… Read
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Ich hab mal versucht, eine Art Fantasy-Geschichte zu schreiben, ist nur ein erster Versuch, aber lest selbst: Es war ein wunderschöner Tag im Land der Elfen und Ria, die kleine Silberelfe meinte zu Moni, einer ausgeprägten Kuschelelfe: „Oh, Mann, ich glaub, ich muss kotzen Schwester!“ und dann erbrach sie sich so anmutig wie sich nur Elfinnen erbrechen können in den nächsten Plüschblumenbusch. Das war an sich nichts Ungewöhnliches, die meisten Tage begannen damit, dass Ria kotzen musste, aber heute war… Read
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Ich bin so halb krank. Bin ich eigentlich immer, wenn ich krank bin. Halb krank: Also so krank, dass es zur Erkenntnis, dass man sich was eingefangen hat, schon reicht, aber nicht so weit, dass man gar nichts mehr machen und um Mitleid bettelnd wehleidig im Bett liegen könnte. Manchmal frage ich mich, ob ich mich nicht irgendwie in einen Zustand bringen könnte, in dem ich dann richtig krank werde, also mit die ganze Nacht kotzend auf dem Klo verbringen,… Read
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„Beeindruckendes 4:1“ Da hab ich wohl was verpasst. Genug Kaffee für heute. Aha, die Ampelphase ist neu eingestellt, das wird auch nichts ändern. Warum bin ich eigentlich immer der, der sich gern auf die Plätze im Bus setzt, auf denen man rückwärts fährt? Was ist denn ein toller Doppelreim zu hausbacken? Raushacken? Ach, Scheiß-Routine, hier wollte ich gar nicht hin, muss doch die Formulare abgeben. Das ging ja schnell, wenn nur alles so einfach wäre. Beamte sind ja auch nur… Read
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Manchmal muss man sich auch abschießen. So richtig. Bloß den Kopf verlieren und damit gegen die Wand rennen, bis der Kopfschmerz das Denken so weit überdeckt, dass man selbst den Kopfschmerz nicht mehr wahrnimmt. Manchmal muss man sich auch richtig abschießen. Sich mal nicht selber zusehen bei Dingen, die man gar nicht macht oder sich selber zusehen, bis man sich selbst auslacht. Manchmal muss man sich richtig abschießen. Keiner weiß warum und das ist schön, denn auf Wissen kommts dabei… Read
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„Man muss das realistisch sehen.“ Diesen Satz höre ich oft, wenn es gilt, ein vermeintlich aberwitziges Projekt möglichst schnell schon im Keim der Planungsphase zu ersticken. „Man muss das realistisch sehen.“ Was soll das eigentlich heißen? Eine realistische Haltung zu haben, bedeutet doch, die Welt so zu sehen, wie sie ist, ohne unnötiges metaphysisches Beiwerk. In Bezug auf zu planende Projekte heißt das dann doch, dass man eigentlich noch gar nichts sehen kann, ganz realitsiche betrachtet, weil es noch nichts… Read
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Die letzten Tage führten mir wieder einmal vor Augen wie auch ich ansonsten hoch vergeistigtes Wesen an meine animalischen Ursprünge gebunden bin. Kaum begann ich zu realisieren, dass die Sonne nun doch merklich früher als an schillernden Sommertagen hinter dem Horizont zu versinken pflegte, machten sich schon die ersten Anzeichen des nahenden Winters bemerkbar. Zunächst fielen mir ein paar äußerliche Anzeichen ins Auge: Es schneite und in den Regalen des Supermarktes häuften sich die Kapuzenmänner. Doch meine Abneigung gegen die… Read
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Ja, schön wärs… Aber jetzt mal im Ernst, was könnte man machen, um die beiden Streithähne wieder zusammenzubringen? Wir starten eine Kampagne: Hartmut Mehdorn einer von uns, er weiß, was es heißt, nicht geliebt zu werden. Vielleicht kriegt er ja dann bessere Laune und hat nicht immer diesen verkniffenen Gesichtsausdruck nach dem Motto: Aber ich wollte doch nur eine Spielzeugeisenbahn zu Weihnachten und jetzt muss ich mich schon seit Jahren mit diesem Scheiß rumplagen, Mama! Vielleicht könnte die GDL ja… Read

