Aufruhr im Land der Elfen

Ich hab mal versucht, eine Art Fantasy-Geschichte zu schreiben, ist nur ein erster Versuch, aber lest selbst:  Es war ein wunderschöner Tag im Land der Elfen und Ria, die kleine Silberelfe meinte zu Moni, einer ausgeprägten Kuschelelfe: „Oh, Mann, ich glaub, ich muss kotzen Schwester!“ und dann erbrach sie sich so anmutig wie sich nur Elfinnen erbrechen können in den nächsten Plüschblumenbusch. Das war an sich nichts Ungewöhnliches, die meisten Tage begannen damit, dass Ria kotzen musste, aber heute war etwas anders. Moni beschlich nämlich der Verdacht, dass genau in der Zeitspanne ihres Filmrisses letzte Nacht beim munteren Nektarschlürfen irgendetwas Ungewöhnliches passiert war. Da schallte es auch schon durch den Morgentau: „Kinder, Kinder, kommt her, es ist etwas Fürchterliches geschehen!“ Das konnte niemand anders als Günni sein, ein ausgeprägter Modeelf, der sich Zeit seines Lebens dieses furchtbar ungestalten Namens schämte, sicher hatte ihm wieder jemand seine Schuhe geklaut… Doch Günnis Aufregung hatte zur Abwechslung tatsächlich mal ganz ernste Gründe. „Der Nektar ist alle!“ Das war natürlich ein schwerer Schlag und sofort befand sich das ganze Dorf der Elfen in Aufruhr, denn ein Abend ohne Nektar und eine spritzige Party war für Elfen nicht vorstellbar, Rudi, der Dorfälteste, meinte sogar, erhabe gehört, Elfen würden nach einer Woche ohne Trinkgelage sterben. Schon bald stellte sich auch heraus, aus welchem Winkel der Wunderwelt die Diebe gekommen waren. Ein paar Haare, ziemlich splissige Haare, wie alle kopfschüttelnd bemerkten, lagen auf dem Waldboden und rochen eindeutig und bei Ria einen neuen Brechreiz hervorrufend nach Troll. So blieb kein Zweifel daran, dass die Täter aus dem Umfeld der Kloakenkumpel kamen. Die Kloakenkumpel waren ein wüster Zusammenschluss von Trollen, Zombies und Vampiren, die aus unerfindlichen Gründen immer wieder die elfische Idylle durcheinander brachten. Sie stanken alle furchtbar und gefielen sich darin, immer betont schlechte Laune zu haben und alles furchtbar zu finden, was irgendwie schön war oder auf Freude und Vergnügen hätte hinauslaufen können. Die Kloakenkumpel saßen lieber den ganzen Tag um ein rauchendes Feuer, tranken abgestandenes Dosenbier und diskutierten irgendwelche Verschwörungstheorien. Schnell wurde eine Truppe bestimmt, die den Nektar zurückholen sollte und wie es der Zufall wollte fiel die Wahl auf Ria, Moni und Günni. Ria erbrach sich gerade wieder und konnte sich nicht wehren, Moni stützte sie und war einfach zu verpeilt, um Einspruch zu erheben und Günni hatte die Wahl selbst vorgenommen und als sich keiner mehr meldete, meinte er: „Na gut, na gut, dann gehe ich eben selbst, auch wenn ich damit meinen Ruf als zurückhaltende sensible Natur völlig zerstöre, aber man muss Opfer bringen,…“ Die Anderen waren schon längst beim Frühstück, als er sich noch darüber erging, was die Reise für schreckliche Spuren in seinem bis dato unversehrten Gesicht hinterlassen würde. So fanden sich Ria, Moni und Günni schließlich auf dem Fußmarsch in Richtung Kloake wieder und fragten sich jeder für sich im Stillen, wie sie sich jetzt noch aus der Affäre ziehen konnten. Schließlich zettelte Günni sogar eine Diskussion über den neuesten Duft an, den er gerade aus einer neuen unbekannten Blüte extrahiert hatte, nur um von Ria zu hören, dass seine Düfte alle undefinierbar röchen, beziehungsweise nach Nichts und so zeterten die drei sich durchs Unterholz, bis sie auf einmal unsanft in ein paar Fangnetzen gen Himmel geschleudert wurden. „Haben wir euch, ihr…, ihr…, ihr Blöden!“ brummte ein Troll triumphierend der unter den Netzen stand und die drei von ein paar schweigenden Zombies fesseln und abführen ließ. Dass Zombies schweigen ist übrigens nichts Ungewöhnliches, um genau zu sein, sagen sie nie etwas. So führte man die drei ins Herz der Kloake, wo sie sich erstmal ordentlich erbrachen, der Gestank war nasenbetäubend. „Na, mal das richtige Leben in der Kloake kennenlernen, was?“ kicherte ein Vampir, der sich bald als Azrael und damit als der Chef des ganzen Ladens herausstellte. Dann hielt er eine lange Rede darüber, warum die Elfen hier seien und wie alles mal wieder auf die Illuminaten hinauslaufe und dass man die drei wohl mit kloakischem Essen foltern müsse, um den wahren Grund ihres Auftauchens zu ergründen. Der stinkende Rest der Kloake rülpste zustimmend, oder schwieg, wenn es sich um Zombies handelte. „Aber wir wollen doch nur unseren Nektar wiederhaben!“ protestierte Günni, worauf ein vorwitziger Troll meinte: „Nö, den Nektar haben wir nicht geklaut, das war jemand anders!“ und daraufhin von Azrael gemaßregelt wurde, weil er in seiner Dummheit nun alles verraten hatte. „Illuminat, Illuminat keuchte Azrael, doch dann meinte er: „Na und wir haben den Nektar, was wollt ihr jetzt machen, ihr trinkt ein Schlückchen davon und liegt unterm Tisch! Was wollt ihr überhaupt damit, ihr zarten Persönchen?“ Das war ein Fehler. Moni, die bisher ja nicht besonders in Erscheinung getreten war, blinzelte unschuldig und meinte: „Wie wäre es denn mit einem kleinen Wettkampf?“ Sofort willigten die Kloakenkumpel ein und ließen Moni im Wetttrinken gegen einen Fleischberg von einem Trol antreten. Erst nach dem zehnten Krug dämmerte ihnen so langsam, dass Zierlichkeit nicht notwendigersweise bedeutet, dass jemand nicht trinkfest ist. Vielmehr mussten sie feststellen, dass Moni schwerer unter den Tisch zu trinken war als ein alkoholabhängiger Schnapstester. Es endete damit, dass die gesamte Kloake sich erbrechend in der Gegend herumlag und als Moni es sogar schaffte, einem der ansonsten schweigsamen Zombies die Zunge zu lösen, der dann schüchtern von seiner Briefmarkensammlung zu lallen begann, sah man ein, dass dieser Punkt an die Elfen ging. Man händigte ihnen den Nektarvorrat aus, den die drei auf einer kleinen Kutsche mit sich führten und weil unsere drei Elfen Mitleid hatten, luden sie die Kloakenkumpel noch zu einem neuen Wetttrinken ein, um ihnen mal richtig saufen beizubringen unter der Bedingung, dass sie sich mit Günnis neuem Duft bestäubten. So traten sie die Heimreise an und während die beiden anderen sich auch langsam wieder mit ein bisschen Nektar beruhigten, schimpfte Moni so weirt sie es noch vermochte auf sie ein, weil sie beim Kampftrinken überhaupt nicht in Erscheinung getreten waren. Daheim angekommen startete man die nächste Party und am nächsten Morgen war ausnahmsweise Moni mit Erbrechen dran.

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