Morgens in der Kita lief die Tochter schon an der Hand zum Hände waschen. Glücklicherweise waren beide Kinder gut aufgestanden, sogar der Sohn, der ja gestern spät Abends noch als Handwerker im Einsatz war. Vielleicht half es auch ein bisschen, dass er wieder ein Säckchen aus dem Adventskalender öffnen durfte.

Ich hatte also Zeit, mich meiner Auftragsarbeit zu widmen und einen guten Text über ein Thema zu schreiben, von dem ich keine Ahnung habe. Immer wieder eine interessante Erfahrung. Immerhin hatte ich nach vier Stunden Arbeit eine Seite zusammen. 

Nachdem ich die Kinder aus der Kita abgeholt hatte, ging es auf deren Wunsch nach Hause. Der Sohn behielt in der Wohnung noch eine Stunde lang Schuhe, Schneeanzug und Mütze an, weil ihm angeblich kalt war. Ich versuchte mehrfach, ihn auszuziehen, aber ich wollte es nicht in einen Ringkampf eskalieren lassen.

Die Tochter schob wieder eifrig ihren Wagen durch den Flur und ließ sich ein Buch nach dem anderen vorlesen. Außerdem durfte sie auch mal wieder das Erwachsenen-Bücherregal ausräumen. Der Sohn kochte uns dafür Abendessen aus Knete. Es gab Erbsen mit Spinat und Soße.

Als die Mutter heimkam, gab es auch noch richtiges Essen von der Oma. Das zog ich der Knete vor. Vorher hatten die Kinder auch noch beim Wäsche aufhängen geholfen, wobei der Sohn der Tochter Wäschestücke gab und sagte: „So und jetzt musst du das dem Papa geben!“ Sie guckte leicht irritiert, leitete aber alles ordnungsgemäß an mich weiter.

Zu guter Letzt durften die Kinder noch baden, wobei der Sohn unbedingt einen Pappkarton mit ins Bad nehmen musste, der zumindest nicht in der Badewanne landete. Die Erzieherinnen in der Kita meinten, sein Verhalten gerade wäre völlig normal und er würde dann wieder ganz brav, wenn er in den Kindergarten geht und nicht mehr eines der ältesten Kinder ist. Ich bin gespannt.

Der Sohn ist noch wach. Mal schauen, wie viel ich noch zum Schreiben komme heute Abend. Ich hatte einen vollen Tag heute. Morgens gab ich Seminar mit den üblichen Video-Konferenz-Pannen. Danach hatte ich noch ein Online-Meeting für die Auftragsarbeit, die mich morgen beschäftigen wird. Vorausgesetzt der Sohn geht morgen in die Kita, woran ich gerade so ein bisschen zweifle, wenn er jetzt immer noch wach ist.

Jetzt haben wir zumindest alles an Werkzeug zusammen, was wir brauchen, inklusive dem „Ölstab“. Der Ölstab ist eigentlich der Deckel eines kleinen Pumpsprays und wird verwendet um Dinge einzuölen. Das ist eine der Hauptaufgaben unseres Handwerker-Betriebs.

Jetzt haben wir die Batterie bei einem der Laufwägen ausgewechselt und ordentlich eingeölt. Auf dem Heimweg in die Werkstatt wurde mir eine besondere Ehre zuteil: Ich durfte das Öl tragen. Außerdem reichte mir mein Kollege gerade noch ein Stück trockenes Brot zum Imbiss.

Heute Abend hatten wir noch Besuch. Ich kochte eine lustige Kombination aus Bohnen, Pilzen, Paprika und Sahne. Die Tochter beeindruckte den Besuch, indem sie ihn gut gelaunt anschrie. Er gab ihr zum Dank einen Löffel und ist jetzt ihr absoluter Star.

Der Sohn machte auch noch Schokolade mit Nüssen und Ottokado. Und jetzt ist er endlich endlich eingeschlafen.

Der Sohn stand heute von selber auf. Es war ein Tag voller Energie, zumindest, soweit ich das beurteilen kann. Heute durften zum ersten Mal seit zwei Wochen beide Kinder den ganzen Tag in der Kita bleiben. Die Tochter war nach dem Versuch letzte Woche ja gleich wieder zu Hause gelandet. Heute ging alles gut.

Endlich Zeit, wichtige Dinge zu tun. Ich verbrachte den halben Tag damit, eine Seite auszudrucken. Der Drucker wollte nicht drucken. Ich durchforstete das Netz nach Hinweisen, versuchte, verschiedene Treiber zu installieren, richtete den Drucker zehn Mal neu ein. Und dann kam ich auf die Lösung: Ich steckte ihn einmal aus und wieder ein. Dann ging es.

Ich bereitete mein Seminar für morgen vor, beantwortete ein paar aufgeschobene Emails und dann war es auch schon wieder Zeit, die Kinder abzuholen. Sie spielten beide im Garten der Kita und waren froh, mich zu sehen.

Die Entscheidung war schnell gefallen: Wir mussten nach Hause, weil beide Kinder nach Milch gierten. Nachdem der erste Hunger gestillt war, hatte ich die aberwitzige Idee, die Betten neu zu beziehen. Ich dachte mir schon, dass es ein bisschen turbulent werden könnte.

Es wurde mehr als das. Der Sohn bekam einen ersten Wutanfall, weil ich es wagte, eine gerade eben abgezogene Decke wieder zu beziehen, obwohl er dagegen war. Mein nächster Fehler war, ihm zu verbieten, den Hocker im Bad mit einem Kissenbezug zu beziehen. „ICH WILL ABER DEN HOCKER BEZIEHEN!“ Ich gab nach. Das beruhigte die Lage wieder etwas. Ich war halb taub von dem Geschrei.

Die Tochter wurde auch etwas sauer, weil das Dreirad nicht immer in die gewünschte Richtung fuhr. Danach durfte ich mit dem Sohn seine Knete bearbeiten. Sie wurde zu kleinen Blöcken geformt. Dazu musste man sie in eine quaderförmige Vertiefung in der Drehplattform des Plastikparkhauses drücken. Es war auf jeden Fall ein origineller Ansatz.

Die Mutter kam von der Arbeit heim und wir schafften es einigermaßen zu essen. Die Tochter war schon sehr müde. Der Sohn flitzte noch durch den Flur und reagierte sich ab, indem er mich unter Kissen begrub. Zumindest schlief er schnell ein, nachdem die Mutter noch ein paar Geschichten mit ihm gelesen hatte. Und jetzt drücke ich die Daumen, dass es morgen auch wieder klappt mit einem ganzen Tag Kita.

„Und ist die Küche schon fertig?“ „Ja, da hab ich schon gebohrt….Papa? Ist sonst noch irgendwas kaputt?“ Es ist 21.23 Uhr. Der Sohn „repariert“ die Wohnung mit seiner Plastikbohrmaschine. Er nimmt seinen Job wirklich ernst und er ist ein ehrlicher Handwerker. Als ich gerade sagte: „Hier min Gitarrenständer ist vielleicht auch ein bisschen kaputt.“ sagte er; „Nein, mit dem ist alles in Ordnung.“ Da hätte ein anderer mir schon eine ordentliche Rechnung geschrieben.

Der Sonntag war verhältnismäßig entspannt. Der Sohn und ich schliefen aus. Die Tochter und somit auch die Mutter nicht. Nach dem Frühstück war die Tochter bald schon wieder müde, die Mutter setzte sich an den Schreibtisch und ich las dem Sohn hundert Geschichten aus dem Weihnachts-Geschichten-Buch vor. Mein Bedarf an Weihnachten ist damit für dieses Jahr ziemlich gedeckt.

Ich war dann ganz dankbar, dass wir den ursprünglichen Plan, auch noch Weihnachtslieder zu singen, nicht in die Tat umsetzten. Später verkündete der Sohn, er wolle jetzt zu den Wilden auf der Wiese beim Wald. Eine schöne Alliteration und Anlass für di Mutter, mich bei der Kinderbetreuung abzulösen und mit den beiden zum Schwärzlocher Hof und Pfauen, Gänsen, Hasen und Kühen zu gehen.

Ich machte ein bisschen Sport und genoss die Ruhe. Nach ihrer Rückkehr war ich noch mal ein bisschen für den Nachwuchs zuständig. Die Tochter fuhr mit verschiedenen Fahrzeugen durch den Flur, der Sohn bastelte sich einen „Autoschal“ aus einem dieser Gummibänder mit zwei Haken, die man normalerweise nimmt, um etwas auf einen Fahrrad-Gepäckträger zu befestigen, und den Resten eines Spielzeugautos.

Danach aß die Tochter mal wieder etwas und der Sohn spielte eine Hummel, die mich stach. Seine Anweisung an mich: „Ich hab dich gestochen! Du musst schreien!“ Später räumte die Tochter Kleidung an der Kommode ein und aus. Der Sohn kochte mit Knete und betonte: „Das ist was ganz ganz Gesundes!“

Tja, und jetzt repariert er immer noch das Badezimmer. Ich hoffe, es macht ihn etwas müde.

Heute machte ich wieder meinen zweiwöchentlichen Großeinkauf. Es war die Hölle los. Als hätten sich alle gesagt: Wen wir schon nicht in die Kneipe können, dann gehen wir wenigstens in den Supermarkt! Oder es war der groß Hamsterkauf vor Weihnachten. Die Kassiererin war auch nicht schlecht: Riesenschlange durch den ganzen Laden, an ihrer Kasse ging es sehr schleppend voran. Ich kam an die Reihe. Sie machte erst mal gar nichts. Als ich komisch guckte, sagte sie: „Ich mach mal langsam, dann kommen Sie nicht so in Stress. Ist nicht gut in Zeiten wie diesen.“ Da dachte ich: Die Leute hinter mir in der Schlange haben jetzt umso mehr Stress.

Der Sohn zog morgens eine große Show ab, wollte nur im Schlafsack frühstücken und eigentlich gar nicht aufstehen. Aber dann kam zum Glück der Opa und nahm beide Kinder mit aufs Land. Der Sohn fuhr Laufrad und saß auch noch auf dem Pferd. In sportlicher Hinsicht war der Tag wohl ein voller Erfolg. Was sonst noch geschah, weiß ich nicht. Nur hat die ganze Action das Kind leider kein bisschen müde gemacht. Er geistert immer noch durch die Wohnung. Im Gegensatz zu Schwester. Vielleicht habe ich auch was falsch verstanden und sie ist in Wirklichkeit Laufrad gefahren und geritten. Das würde auch passen. 

Auf jeden Fall sind wir für Weihnachten vorbereitet. Die Mutter befüllte den Adventskalender und besorgte eine Lichterkette. In meinem früheren Leben habe ich Weihnachten oft fast komplett ignoriert, aber mit Familie ist man natürlich mittendrin. 

So, es ist elf. Das Kind ist endlich eingeschlafen.