Morgens gab es die gerade übliche Rollenverteilung: Die Mutter brachte die Tochter in die Kita. Ich wälzte den verschlafenen Sohn aus dem Bett und in den Kindergarten. Die Mutter hatte es auch etwas eilig: Sie hatte ihren ersten Frisör-Termin nach dem Lockdown. Ich war Mittags damit dran.

Viel mehr passierte Vormittags nicht. In Zeiten wie diesen ist ein Frisörbesuch ja auch ein epochales Ereignis.

Nachdem wir beim Frisör gewesen waren und den Mann hinter der Käsetheke damit überraschten, dass wir heute beide zusammen ohne Kinder einkaufen waren, ging es auch schnell nach Hause und zur Kita. Vormittags hatte uns noch die Nachricht erreicht, dass die Kita heute und auch nächste Woche früher zu machen muss, weil zu viele krankheitsbedingt ausfallen.

Kaum ist das Kind wieder gesund, werden die Kitakräfte krank, könnte man sagen. Nachdem wir die Tochter geholt hatten, aßen wir mit ihr noch etwas. Dann war es auch schon wieder Zeit, den Sohn zu holen. Wir erlebten große Abenteuer, fuhren mit dem Zug in die Stadt und kauften neue Schuhe für die Kinder, bei einem konspirativ ausgemachten Treffen mit dem Schuhverkäufer.

Die Tochter schwatzte mir wortlos nach dem Drogeriemarktbesuch ein Pixi-Buch ab. Der Ständer mit den Büchern beim Schreibwarenladen ist direkt auf Kinderwagenhöhe am Ausgang platziert.

Der Sohn bekam dafür von der Mutter ein neues Knete-Set zum Burger machen. Er war die nächste Zeit gut beschäftigt.

Ich kochte. Wir aßen für unsere Verhältnisse relativ ruhig. Die Tochter ging schnell schlafen. Der Sohn knetete noch, ließ sich vorlesen, sortierte CDs, baute einen „Kran“ aus seinem Fahrradschloss und fand dann auch langsam den Weg ins Bett.

Ich erzählte noch Geschichten über müde Zebras und Nilpferde. Als ich aufstehen und aus dem Zimmer gehen wollte, weil es so still war, dass ich dachte, er wäre eingeschlafen, sahen mich zwei große Augen an. Ich sagte: „Ich dachte, du schläfst schon!“ Er sagte: „Natürlich nicht!“ Nach weiteren fünf Minuten, in denen ich selber ein bisschen einschlief und jegliches Zeitgefühl verlor, war es dann geschafft.

Wer die Beiträge hier schon länger liest, weiß, was los war: Gestern war ich zum Fußball gucken verabredet. Daher der fehlende Beitrag. Es war ein ganz normaler Mittwoch. Die Tochter zog sich morgens stolz selber ihre Mütze an.

Als ich sie von der Kita abgeholt hatte, machte sie lustige Sachen, wie eine Elektro-Weihnachts-Kerze durch die Wohnung zu werfen und auf Papas Bett zu hüpfen. Dem Fuß geht es schon viel besser.

Als Imbiss aß sie voller Begeisterung Maiskörner, die wir noch da hatten. Der Sohn hatte früher auch ml so eine Mais-Phase. Er kochte, nachdem wir ihn abgeholt hatten, Spätzle aus Knete. Wie es sich gehört, mit einem eigenen Spätzlebrett. „In allen Farben!“ sagte er noch dazu.

Heute war es recht ähnlich. Ich brachte die Tochter in die Kita, die Mutter den Sohn. Ich hatte ihnen aus Versehen den Kinderwagen geklaut, weshalb mir auf halbem Weg die Mutter samt Sohn im Kinderwagen der Tochter entgegen kam. Für den Sohn war es eine willkommene Abwechslung.

Ich hatte noch etwas Zeit, kreativ zu sein. Nachmittags hatte ich dann zwei müde Kinder zu betreuen, die sich inzwischen auch immer mehr streiten. Die Tochter war etwas eifersüchtig auf den Sohn, weil ich ihm eine Geschichte vorlas und versuchte, ihn zu zwicken und an den Haaren zu ziehen.

Sie malte noch etwas. Wir landeten im Kinderzimmer, wo beide Kinder eher auf als mit mir herumturnten und ich dem Sohn das unsägliche, leider wieder aufgetauchte Feuerwehrmann-Sam Wimmelbuch vorlesen musste.

Zum Glück kam bald die Mutter heim. Wir aßen schnelle Maultaschen. Die Tochter schlief so schnell ein, wie wie müde war. Nur der Sohn weigerte sich standhaft. So dass ich fast selber einschlafend noch verschiedene Spiele mit ihm spielen musste und Geschichten erzählen, in denen ich konsequent nur noch von schlafenden Tieren erzählte.

Schließlich schlief auch er ein. Und ich fast gleich mit.

„Quak! Quak!“ Ich wurde geweckt von zwei sehr lauten Enten, die hinter dem Haus vorbei schwammen. Vielleicht stritten sie gerade. Der Sohn schlief ungerührt weiter. Selbst die Tochter schlief noch. Wir Eltern begegneten uns im Bad und nahmen den üblichen Dienstag Morgen in Angriff.

Die Mutter brachte den Sohn in den Kindergarten. Ich bespaßte die Tochter, die immer noch etwas Probleme beim Laufen hatte. Später war sie wohl umgeknickt. Zumindest schrie sie nach Leibeskräften und beruhigte sich erst, als die Mutter sie zum Einschlafen brachte.

Als sie wieder erwachte, war die Laune deutlich besser. Sie durfte in Begleitung nach draußen. Die Mutter und ich widmeten uns unseren Schreibtischen, die ja auch nicht leerer werden.

Ich hatte noch Gesangsunterricht. Heute sang ich eher mittelprächtig. Vielleicht hätte ich nicht üben sollen. Dafür lief ausgerechnet heute die Videokonferenz-Software besonders gut. Jeder falsche Ton war auf der anderen Seite also perfekt zu hören.

Ich hatte noch etwas Zeit zu lesen, dann traf der Rest der Familie wieder ein. Der Sohn hatte noch andere Kindergartenkinder auf dem Spielplatz getroffen. Waren aber leider die von der eingebildeten Sorte. So was fängt offenbar schon im Kindergarten an.

Die Mutter machte noch ein bisschen Yoga. Ich spielte mit Tochter und Sohn im Kinderzimmer. Der Sohn schleppte alle Kindergesellschaftsspiele an, die wir haben, um sie zu „vermischen“. Ich sagte: „Dann müssen wir ja nachher alle wieder auseinander sortieren!“ Er sagte: „Das ist das Spiel!“

Die Tochter räumte eine Kleiderschublade aus. Der Sohn war etwas überfordert mit dem „Sortieren“ und schon ziemlich müde. Dafür machten wir zusammen später noch Pizza. Den Boden hatte ich fertig gekauft, was die Prozedur angenehm kurz machte.

Nach dem Essen waren dann alle fertig und schliefen schnell.