Ich will schlafen!

Ich liege im Bett, liege da dem Erschöpfungstod nahe nach einem Auftritt in einem quietschenden Bett und versuche einzuschlafen. Die Heizung pocht. Ich drehe sie ein bisschen auf, jetzt zischt sie nur noch. Meine Nerven sind schon jetzt so gespannt wie ein Drahtseil, auf dem ein wahnwitziger Seiltänzer in einem Panzer balanciert. Kaum habe ich mich an das Zischen gewöhnt und das Haupt auf das weiche Kissen sich langsam ankündigender flauschiger Träume gebettet, klingelt es an der Tür, einfach so mitten in der Nacht. Ich denke, das kann jetzt nicht wahr sein, da klingelt es noch mal, so langsam bekomme ich es mit der Angst zu tun, welcher Psychopath klingelt denn um diese Zeit? Es klingelt nicht mehr. Das habe ich nach zwei Stunden bangen Wartens jetzt eingesehen. Ich fahre die Atmung runter und meine Lider schließen sich wie alte Garagentore, als das Telefon klingelt, es ist sechs Uhr morgens. Ein verrückter Versicherungsvertreter spricht etwas auf den Anrufbeantworter. Der bracuht jetzt selber eine Versicherung, wenn ich rauskriege, wo er wohnt. Ich stehe auf. Ich sage mir, dass das alles nur ein Alptraum sein kann, aus dem ich hoffentlich nicht so schnell aufwachen werde, weil das ja heißt, dass ich es doch geschafft habe, einzuschlafen. Ich gehe ins Bad und schaue in den Spiegel, jetzt bin ich mir sicher, dass es ein Alptraum ist, so scheiße und fertig kann man gar nicht aussehen.

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