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Ist doch verrückt. Da hat man schlechte Laune und suhlt sich darin wie ein trächtiges Warzenschwein und jammert vor sich hin, was man alles nicht auf die Reihe bekommt und dann spricht man mal einen Abend mit einem guten Freund und schon sieht alles wieder ganz anders aus. Von einem Tag auf den andern arbeitet man wieder fröhlich und beschwingt, erledigt zehn Sachen gleichzeitig und noch fünf nebenher und findet einfach alles toll. Das kann einem keine Industrie verkaufen, keine… Read
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Unsere Heizung ist repariert. meine Freude ist unbeschreiblich! Wochenlang tropfte das arme Ding wie ein alter inkontinenter alle Klos der Stadt kennender Rentner vor sich hin, aus irgendeinem undichten Ventil. Dabei schien die Gastherme ein ganz eigenes Verhalten zu entwickeln: Am Anfang tröpfelte sie nur schüchtern vor sich hin, um dann auf einmal wahre Sturzbäche stinkenden Wassers aus sich strömen zu lassen, das war ja auch irgendwie logisch, das Ventil ging eben immer mehr kaputt. Als aber der Tag der… Read
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Mir ist kalt, so kalt, dass mein Zähneklappern schon für einige Beschwerden gesorgt hat, weil die Leute meinten, da sei gerade eine Baustelle an ihrem Haus vorbeigelaufen. Mir ist kalt, so kalt, dass der Blick meiner Ex-Freundin, als sie mit mir Schluss machte und sagte: „Weißt du, das Beste an unserer Beziehung war der Sex und auch der war nur mittelmäßig.“, mich jetzt dahinschmelzen lassen würde. Mir ist kalt, so kalt, dass die ganze Stadt in einem dichten Nebelfeld versinkt,… Read
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Der Kapitalismus ist am Ende. Zumindest, was das optimal Verteilen optimaler Waren, also in meinem Fall optimaler Rucksäcke angeht. Ich wollte mir nämlich heute einen neuen Rucksack kaufen, der aber mindestens genau so viele tolle kleine Fächer und geheime Nischen haben sollte wie mein alter. Mein alter Rucksack! Das geliebte Stück! Ich erstand ihn damals nur so, weil ich eben einen brauchte und schloss ihn schon nach kurzer Zeit. Was man darin alles verstauen konnte! Stifte, Taschentücher, Kopfschmerztabletten, Zettel, die… Read
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Ich muss zum Amt. Das ist in der Liste der mich in Panik versetzenden Dinge der absolute Super-GAU! Wenn ich zu irgendeinem Amt gehe erwarte ich immer, dass man mir sagt: Ja, Herr Kienzler jetzt ist Schluss, so jemand wie Sie dürfte es eigentlich gar nicht geben, ihr gesamtes Lebenskonzept verstößt gegen alle Vorschriften, die es gibt. Sie sind so ein nichtswürdiges Subjekt, dass wir Ihnen sogar den Führerschein abnehmen müssen, obwohl Sie gar keinen haben und genau das ist… Read
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Ich war dabei mein Examen anzumelden und stellte fest, dass man dabei neben diversen anderen Formularen auch seine Geburtsurkunde vorlegen muss, wahrscheinlich um zu beweisen, dass man wirklich existiert, nicht dass die nachher einem Phantom die Prüfung abnehmen, das sie nur aufgrund seiner übernatürlichen Fähigkeiten besteht. Aber was soll’s, so ein Formular dürfte ja schnell beschafft sein, dachte ich, ein Anruf zu Hause und ich würde den Wisch in Händen halten. „Ach so, deine Geburtsurkunde, ja, äh, also ich weiß… Read
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Ich lese gerade ein Buch und es stellt sich immer mehr heraus, dass es sich wohl um einen Horrorroman (schreibt man das so?) handelt! Schmunzelte ich anfangs über die ein oder andere schockierende Stelle, hat sich mein Alltag aufgrund der Lektüre nun deutlich kompliziert. Anfangs war es ganz harmlos: Ich konnte nicht mehr ohne Licht schlafen, musste alle zwei Sekunden nachsehen, ob nicht doch ein Gnom hinter dem Sofa hockt, der mir gleich eine spitze glühende Nadel ins Rückenmark jagt… Read
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Der Slam 2007 ist vorbei, (wer mehr darüber wissen will, wie es war, klicke sich durch meine Blogroll, meine Kollegen Frank Klötgen, Heiner Lange, Poetry Blog und Schnipselfriedhof habe ausführlich darüber berichtet) es war großartig und ich bin: Müde. Ich bin so müde, dass ich meine Augen nicht mal mehr mit Zahnstochern offen halten kann, weil die Lider so schwer sind, dass sie mit ihrer schläfrigen Schwere selbst einen Granitzahnstocher in eine müde weiche Gummischeibe verwandeln würden. Ich bin so… Read
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Heute morgen habe ich mich fast in Kreuzberg verlaufen. Ist ja auch kein Wunder, wenn man nur zwei Stunden geschlafen hat und dazu noch einiges getrunken. Eigentlich ein Wunder, dass man mir überhaupt Brötchen zum Frühstück verkauft hat und Shampoo. Shampoo brauchte ich um meine fettigen Haare zu waschen. Mein Haare standen in alle Richtungen ab, aber das war wohl kein Problem, weil alles von meinen rotgeäderten Augen überstrahlt wurde. Ich folgte also den Straßen, ich glaube das war es,… Read

