Kino

  • All die Gefühle die Gefühle sind zu viel. Und es werden immer mehr. Jedes Jahr, jeden Tag ein neues Gefühl, für das man nur halbherzig Worte findet. Schon ein Wort für ein Gefühl zu haben, heißt, es ein Stück weit zu bändigen. Man ordnet die Gefühle in Kategorien ein: Ich war total aufgebracht. Ich war total aufgebracht, als es im Supermarkt keinen Parmesan mehr gab. Aber ehrlicher wäre es doch zu sagen: Ich hatte das kein.Parmesan-mehr-da-Gefühl. Hatte Entzugserscheinungen. Dieses Gefühl,… Read

  • Heute habe ich ein PDF erstellt. Dabei fragte ich mich: „Erstellt“? Gut, ein PDF „machen“ wäre wohl zu naiv gewesen. Also habe ich es „erstellt“. „Hergestellt“ habe ich es auch nicht, das macht ja der Computer, oder ein Programm, oder …? Wir erstellen immer mehr Dinge: Tabellen, Konzepte, Doodles. Das Wort scheint sich eher auf Abstraktes, Ungreifbares zu beziehen. Ich stelle eine Datei nicht hin, ich stelle sie nicht ab, ich stelle sie nicht aus, ich stelle sie höchstens irgendwo… Read

  • Vor einiger Zeit war ich in Stuttgart bei meinem Kollegen Nikita Gorbunov und seinem wunderbaren Slam auf der Couch zu Gast. Jetzt gibt es ein paar sehr schöne Videos von diesem Abend. Bitteschön: Read

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    1–2 Minuten
  • Lass die Worte tanzen. Versammel sie alle im Ballsaal deiner Seele. Stell einen Türsteher ein, der sagt: Nein, du nicht, nicht mit diesen Hyperbeln! Lass die Worte tanzen. Wirf dich in den Moshpit der Adjektive. Suche den Battle zwischen Vers- und Gänsefuß. Geselle dich zu den Staunenden, die sagen: Was man mit so ein paar Interjektionen so alles machen kann! Lass die Sprache tanzen, sei Dompteur im Flohzirkus fluchtbereiter Füllwörter. Belächle den Can Can des Konjunktivs. Verschwinde auf dem Ort… Read

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    1–2 Minuten
  • Die Sommerpause ist zu Ende. Ich wache auf. Auf meiner To-do-Liste steht: Gewinner haben keine To-do-Liste, sondern eine Erfolgsliste. Meine Erfolge: Aufgestanden Kaffee getrunken eine Krähe beobachtet, die kurz so aussah, als hätte sie sich vor mir erschreckt. Es geht wieder los. Montage sind wieder Montage und Wochenenden sind wieder Wochenenden. Emails sind wieder Emails und Wecker sind wieder laut. Ich habe eine Reise von Vorsätzen. Eigentlich wollte ich schreiben: Ich habe eine „Reihe“ von Vorsätzen, aber eine Reise von… Read

  • Es ist Sommer, ich habe mir einen Band über moderne Kunst gekauft, um damit im Park sitzen zu können. Ich hätte auch ein anderes Buch kaufen können, um mein Gesicht zu bedecken, aber so ein Kunstband sieht einfach besser aus. Es ist Sommer, ich trage kurze Hosen, auch wenn ich meine behaarten Beine nicht für schön halte, sie sehen aus wie zwei Spargelstangen, die ins Heu gefallen sind. Warum haben alle an ihren kurzen Hosen diese komisch hochgerollten Hosenaufschläge? Was… Read

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    2–3 Minuten
  • Denk dir Denk dir eine Sprache, die ganz bei dir ist. Eine Sprache wie einen Talisman, den du vor der Welt ausbreiten kannst. Eine Sprache, in der Dinge mitschwingen, als würden trunkne Schmetterlinge mit letzter Kraft mit ihren Flügeln schlagen. Zum Beispiel. Wenn du sagst: „Ich hätte gern ein Dinkelbrot.“ hört es sich immer auch ein bisschen an, als hättest du gesagt: „Ich hätte gern ein Stück von deinem Herzen, liebe Bäckereiperson, um in einsamen Nächten mein eignes Herz mit… Read

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    1–2 Minuten
  • Zwei Tiere in einem Gedicht unterzubringen, ist gar nicht so einfach. Aber diese beiden haben auch eine wahrhaft symbiotische Verbindung: Ne Zecke fällt nem Bär ins Fell und sagt dazu dann ziemlich hell: Vom kleinen Kerl zum großen Runden, ich fühl mich dir echt sehr verbunden! Read

    1–2 Minuten
  • Das Wetter wechselt. Ich wechsle die Jacke. Das Wetter wechselt. Und zwar in einem Moment. Es ist gleichzeitig kalt und warm. Die Sonne scheint, der Wind weht arktisch. Das Wetter wechselt und ich wechsle die Aussicht. Zeit, neue Perspektiven einzunehmen. Zum Beispiel die des Baumes vor dem Fenster, der dich sieht, wie du schon wieder am Computer sitzt und denkt: Was muss der für Wurzeln haben! Das Wetter wechselt und ich wechsle die Perspektive. Ich sehe mich mit den Augen… Read

  • Es gibt Dauerregen, es gibt Dauerlutscher und es gibt Dauererkältung. Ich habe letzteres. Da wir von Hause aus gerade regelmäßig mit netten neuen kleinen Viren in Kontakt kommen, erfreue ich mich der Erfahrung, ständig erkältet zu sein. Klingt die eine Erkältung gerade ab, geht die nächste wieder los. Was bleibt einem da, wenn nicht Haikus schreiben? Die Nasen laufen die Taschentücher fallen wie Herbstlaub vom Dach.   Abhärtung für lau Die liegende Acht hustet Nasenspray – olé!   Zumindest lege… Read

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    1–2 Minuten

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