Ändere das Passwort,

stell das Konto wieder her.

Bestätige, dass du das Passwort geändert hast.

Bestätige, dass du, der du das Passwort geändert hast, auch der bist, der das Passwort ändern darf.

Bestätige, dass du, der du das Passwort geändert hast und der bist, der es ändern darf, es auch von ganzem Herzen gewollt hast.

Ändere zur Sicherheit noch einmal das Passwort.

Hast du jetzt etwa aus Versehen das Passwort eingegeben, dass du vergeben hast, als du es gerade ändertest?

Ändere zur Sicherheit noch einmal das Passwort.

Gib den Code ein, den wir dir an dein Gehirn gesendet haben.

Nein, das andere.

Ändere deinen Namen. Er passt nicht mehr zu deinem Passwort.

Uns ist aufgefallen, dass du dein Passwort immer am gleichen Computer eingibst,

ziehe bitte um und gib es in einer anderen Stadt noch einmal ein.

Dokumentiere die Änderung deines Wohnsitzes mit einem eigenen Passwort.

Gib deinen Namen in dein Gehirn ein.

Ändere den Code, den wir dir geschickt haben so, dass er dein Passwort ergibt und schicke uns die Formel, die du zur Umrechnung erstellt hast.

Gib auf keinen Fall dein Passwort ein!

Wir haben dir nichts geschickt!

Hast du gerade versucht, dich mit einem gültigen Passwort einzuloggen?

Ändere das Passwort, nur nicht dein eigenes.

Bestätige, dass du ein Code bist.

Ändere dein Gehirn, gib deinen Namen auf, lösche das Passwort, bestätige alles.

 

Lass die Worte tanzen.

Versammel sie alle im Ballsaal deiner Seele.

Stell einen Türsteher ein, der sagt:

Nein, du nicht, nicht mit diesen Hyperbeln!

Lass die Worte tanzen.

Wirf dich in den Moshpit der Adjektive.

Suche den Battle zwischen Vers- und Gänsefuß.

Geselle dich zu den Staunenden, die sagen:

Was man mit so ein paar Interjektionen so alles machen kann!

Lass die Sprache tanzen,

sei Dompteur im Flohzirkus fluchtbereiter Füllwörter.

Belächle den Can Can des Konjunktivs.

Verschwinde auf dem Ort der Stille,

um dir ein paar Personalpronomenpillen bei einer Adverbiale abzuholen.

Seh die Verben sich winden,

und freu dich über die ein oder andere geglückte Konjugation.

Lass die Worte tanzen.

Lass sie tanzen,

bis sie auf der papiernen Tanzfläche ineinander verschwimmen,

bis irgendwann das Subjekt sagt:

Der Abend ist jetzt Vorvergangenheit.

Es ist Sommer,

ich habe mir einen Band über moderne Kunst gekauft, um damit im Park sitzen zu können.

Ich hätte auch ein anderes Buch kaufen können, um mein Gesicht zu bedecken, aber so ein Kunstband sieht einfach besser aus.

Es ist Sommer,

ich trage kurze Hosen, auch wenn ich meine behaarten Beine nicht für schön halte,

sie sehen aus wie zwei Spargelstangen, die ins Heu gefallen sind.

Warum haben alle an ihren kurzen Hosen diese komisch hochgerollten Hosenaufschläge?

Was bedeutet das? Ich habe mal noch ein bisschen hochgekrempelt, damit man mehr nackte Haut sieht? Oder: Wir krempeln nicht nur die Ärmel hoch, sondern auch die Hosenbeine?

Zumindest lenkt es vielleicht etwas von meinen Beinen ab.

Es ist Sommer,

die Jahreszeit, zu der man zu jeder Tageszeit jedes Getränk trinken kann.

Wenn man sich im Winter um 8 Uhr morgens mit einem Bier auf eine Parkbank setzt, denken alle: Krass. Jetzt denken alle: Ach, Sommer scheißegal.

Es ist Sommer,

überall sind auf einmal so viele Menschen. Wo wohnen die alle? Vielleicht gibt es auch so eine Sommeragentur, die im Sommer immer diese komischen gut aussehenden jungen Sommermenschen in die Stadt karrt.

Es ist Sommer,

wir gehen in die Wilhelma und schauen zu, wie die Elefanten gewaschen werden. Stell dir vor, es würde immer so eine Gruppe kleiner Elefanten zuschauen, wenn du unter der Dusche bist und immer, wenn du deinen Intimbereich wäschst, so was sagen wie „hohoho.“ Oder „ohh“, wenn du deine Augen zumachst, weil dir Shampoo hineinläuft.

Es ist Sommer,

ich wäge ab: Rausgehen und die Sonne genießen oder die neue Staffel „Stranger Things“ gucken? Rausgehen – Stranger Things, Rausgehen – Stranger Things. Das geht zwei Stunden so, in denen ich weder in der Sonne war, noch Stranger Things geguckt habe. Aus Frust gucke ich „Stranger Things“.

Es ist Sommer,

die Rasenmäher laufen um die Wette, morgens mittags abends – und in unserem Fall auch Nachts. Da hat sich ein Nachbar so einen coolen Mähroboter gekauft, der jetzt Nachts mäht. Oder er ist in Urlaub gefahren und hat vergessen, das Ding auszumachen.

Es ist Sommer,

andere Leute machen jetzt Nachts wieder das Fenster zu, damit keine Mücken reinkommen. Ich nicht. Ich bin Mücken egal. Es kann ein ganzer Mückenschwarm im Zimmer sein, ich habe trotzdem höchstens zwei Stiche. Wahrscheinlich schicken sie immer so eine Testmücke vor. Die sticht mich und sagt dann zu den anderen: „Leute, ich hab den da probiert, ich will nicht ins Detail gehen, lasst es einfach.“

Es ist Sommer,

und es könnte ewig so weiter gehen,

weil es immer noch die beste Jahreszeit ist, die wir haben

und weil die Platte in meinem Kopf durch diese Hitze einen Sprung bekommt.

Es ist Sommer.