Als ich heute Mittag in einem für mich typischen Moment geistiger Umnachtung nicht weiter wusste, reichte mir die Tochter ihren Latz. Da fiel es mir wieder ein: „Stimmt, ich wollte dir den Latz anziehen!“ Schön, wenn man Kinder hat, die mitdenken.

Vormittags hatte ich etwas frei und konnte mich dem Schreibtisch widmen. Neuer Auftrag, neuer Antrag und neuer Beitrag für einen der zahlreichen Video-Adventskalender, die alle Veranstalter jetzt raushauen. Mittags übernahm ich die Tochter und las ihr brav vor.

Sie schlief noch eine ganze Weile, bis wir den Sohn aus der Kita abholten. Leider hatte ich sie wecken müssen, das tat ihrer Laune gar nicht gut. Der Sohn tobte mit den anderen Kindern durch den Blätterhaufen vor der Kita. Sie lagen zu dritt eingepackt im Herbstlaub und er wollte tatsächlich noch bleiben.

Danach ging es heim und mich erwartete die schwerste Prüfung des Tages. Beide Kinder waren müde, hungrig, eines krank, das andere eifersüchtig, was dazu führte, dass ich ein bis zwei Stunden mit zwei Heulbojen verbringen musste. Es war so einer dieser Momente, in denen man denkt: Und wenn ich jetzt einfach gehe? Irgendwann war der Sturm vorüber und ich konnte zur Beruhigung zehn Mal das aktuelle Kultbuch „Im Zoo“ vorlesen.

Die Mutter kam heim und übernahm die wieder einigermaßen hergestellten Kleinen. Wir aßen schnell. Im Anschluss fuhren alle noch ausgiebig mit verschiedenen Fahrzeugen durch den Flur. Die Tochter schob den Laufwagen, ich schob die Tochter und der Sohn baute zum Schluss einen Abschleppwagen, indem er an eines der Gefährte ein Kabel samt Mehrfachstecker bastelte und so das andere Fahrzeug abschleppte.

Die Tochter ging ins Bett. Der Sohn hängte noch fanatisch Wäsche ab. Kurz bevor er schlafen ging, aß er in einem Anflug von ich weiß nicht was noch ein Vollkornbrot. Dann war Ruhe.

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