Habe gerade auf Zeit.de gelesen, dass britische Regierungsmitarbeiter wiederholt geheime Akten im Zug oder an ähnlich öffentlichen Orten vergessen haben. Das ist erschreckend. Man stelle sich vor: In manchem Mülleimer schlummert womöglich ein großes Staatsgeheimnis. Bald schon wird man an jeder Ecke einen Verschwörungstheoretiker einen Mülleimer durchwühlen sehen. Das ist aber auch sympathisch. Offenbar sind auch britische Regierungsmitarbeiter nur Menschen. Was soll in diesen Akten auch großartig drinstehen? Erkenntnisse über Terroristen: Keine. Der Ort, wo all das viele Geld versteckt ist: Gibt es nicht, gibt ja gar kein Geld zu verstecken.

Das erinnert mich an den schönen Plot von Umberto Ecos Foucaultschem Pendel. Da stellt sich ja am Ende des Buches heraus, dass die ganze große Verschwörungstheorie, die den ganzen Roman über gesponnen wird, auf einem falsch interpretierten Einkaufszettel beruht. Mal schauen, was passiert, wenn ich meinen Einkaufszettel oder ein paar Notizen in der Bahn vergesse.

Womöglich taucht dann bald die Theorie auf, dass Terroristen Lebensmittel vergiften wollen. Man könnte sich so auch lästiger Termine entledigen. Einfach einen Zettel mit dem Termin drauf in der Bahn vergessen. Dann wird das entsprechende Amt, Büro o. ä. zu passender Zeit von einer Sondereinheit gestürmt und man kann in Ruhe ein Eis essen gehen udn sich nachher noch über die Entschuldigung amüsieren: Es tut uns schrecklich leid, dass unsere Sprechstunde am XX nicht stattfinden konnte – wir wurden Opfer einer irrtümlichen Razzia.

Man darf es nur nicht übertreiben, sonst wird bald jeder Waschsalon zwei Mal am Tag gestürmt.

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