Alle Hoffnung auf einen Wechsel im Iran scheint dahin. So wie es aussieht, hat Ahmadinedschad die Wahl gewonnen. Viele vermuten schon den Wahlbetrug, aber angesichts eines bisher so klaren Ergebnisses scheint so etwas eher unwahrscheinlich. Es sei denn, man hätte den Betrug wirklich ganz groß aufgezogen oder schlicht überall alles manipuliert.

Der Herausforderer Mussawi erklärte sich gestern auch zum Sieger und wies auf verschiedene Vorkommen von Manipulation hin. Jetzt fürchten alle Auseinandersetzungen zwischen Gewinnern und Verlierern der Wahl. Vielleicht ist diese Angst auch der Grund für Ahmadinedschads Wiederwahl. Mit ihm bleibt eben ein sehr konservatives Regime an der Macht, unter dem man große Veränderungen und damit auch Unruhen nicht zu befürchten hat.

Mussawi bleibt nur zu wünschen, dass er die geplante Oppositionsarbeit auch durchführen kann, ohne den Nachbeben des Wahlkampfs zum Opfer zu fallen.

Das Verfassungsgericht hat entschieden: Keine Wahlcomputer mehr! So steht es heute z. B. bei Spiegel Online. In einer Zeit, in der die meisten Menschen nicht mal mehr eine Tastatur bedienen können, weil es bald überall nur noch Touchscreens gibt, wird man nun bei den Wahlen gezwungen, wieder Stift und Papier zu benutzen.

Das ist gut und vernünftig so. Wo bleibt denn der Spaß bei der Wahl, wenn man einfach nur ein Gerät manipulieren muss, um die Mehrheit zu bekommen? Computern muss man ja nichts versprechen. Das sind einfältige Gesellen. Zahlen sind ihnen mehr als Worte, genau genommen nur zwei Zahlen: 1 und 0, wobei man auf die 1 in Bezug auf Politik getrost verzichten kann.

Null, das hört sich so hoffnungsvoll an. Wenn wir irgendwann wieder bei Null rauskämen in diesen Zeiten, wäre das wohl großer Anlass zur Freude. Inzwischen sind ja alle nur noch im Minus. Und die, über die man da abstimmt, verwalten ja nur die Gelder, die die Wirtschaft für sich in Anspruch nimmt.

Vielleicht sollte man nicht den Wahlzettel sondern die Gewählten durch Computer ersetzen. Fragt sich nur, wer die dann manipuliert.

Wie man heute bei der Bild lesen kann, hat der Dalai Lama den Deutschen Medienpreis bekommen. Ja, nicht den Friedensnobelbreis oder den Karlspreis oder wenigstens den Oscar, nein den Deutschen Medienpreis. Ich verstehe das nicht.

Man stelle sich mal vor, der Papst bekäme den Deutschen Medienpreis. Da wäre man doch schon etwas verwundert. In der aktuellen Situation gewinnt der Papst sicher schwerlich Preise, aber auch zu seinen Hochzeiten wäre man doch etwas verwundert gewesen, oder? So was hat doch ein religiöses Oberhaupt nicht nötig.

Zu allem Überfluss wurde der Preis auch noch von Roland Koch verliehen, dem unheimlichen Wiedergänger der hessischen Politik. Laut Bild ist Koch ein Freund des Dalai Lamas. wenn man sich den Dalai Lama so anschaut, muss man aber einräumen, dass wohl jeder Mensch irgendwie sein Freund ist.

Zumindest war der alte lustige Herr tatsächlich schon oft in den Medien. Immer mit denselben Bildern: Dalai Lama grinst, betritt irgendeine Pressekonferenz und legt irgendeinem wichtigen Menschen einen weißen schal um den Hals und alle freuen sich. Nur Klaus Kinkel nicht. Der hat, wie ich es in meiner Jugend mal sah, als er noch Außenminister war, tatsächlich versucht, sich gegen die heilige Kuschelattacke zu wehren, aber dann auch klein beigegeben.

Da könnte good old Benedikt sich doch ein Beispiel dran nehmen. Einfach immer nett sein, immer das gleiche sagen und sich aus Rom vertreiben lassen. Irgendwann klappt es dann auch mit dem Deutschen Medienpreis. Roland Koch hat das Comeback ja auch geschafft. Nur der Dalai Lama macht immer das Gleiche.