Steht gerade auf zeit.de. Die größten Verlage sind nicht solche, die Literatur verlegen, sondern die, die in Ratgebern und so Kram machen. Es scheint also wieder einmal bewiesen zu sein, mit Literatur kann man kein geld verdienen. Mal abgesehen davon, dass einem das eigentlich egal sein kann, so lang man seine Bücher noch bekommt, stelle ich hier ein paar Möglichkeiten vor auch als Literat vom großen Kuchen was abzubekommen:

Schriftsteller müssen nun eben Ratgeber schreiben, hat den Vorteil, dass diese sich bald viel schöner lesen werden:

„Beobachten Sie hingegeben an einen Zustand, der schwebt zwischen Meditation und Raserei wie der Installationsbalken sprunghaft wie ein junges Fohlen seinem Ende entgegenstrebt. Erleben Sie eine Grenzerfahrung, die nur noch übertroffen wird vom euphorischen Glück ihres Endes, das Sie nun neuen Aufgaben anverantwortet. Richten Sie nun die Arbeitsoberfläche ein, die Sie nun bald im Rahmen der Grenzen des Technischen angepasst an ihre ureigensten Bedürfnisse durch den Alltag der Datenverarbeitung begleiten wird, bis auf die vereinzelten der Erwähnung eigentlich lächerlichen Fälle, in denen die Meldung eines Fehlers Sie zwar behindern aber auch der Ehrlichkeit ihres surrenden Freundes versichern wird…“

oder so:

„Abschreibung – verheißt nicht das Wort allein schon erquickende Verschlankung, Abschied von Ballast, der nun neuen Gewinn verheißend einer neuen Aufgabe zugeführt wird? Manches Schlupfloch wird noch entdeckt werden auf unserer gemeinsamen Reise durchs Unterholz des Steuerrechts und ich darf schon jetzt vorwegnehmen, dass wir auf Größeres treffen werden als den putzigen Kaninchenbau, in dem Sie bisher manches verschwinden ließen…“

Eine andere Möglichkeit, der wirtschaftlichen Situation zu begegnen, wäre, seine Bücher besser zu verkaufen:

„Wie man sich erfolgreich unglücklich verliebt und anschließend melodramatisch Selbstmord begeht – Der neue Ratgeber für Abenteurer der Seele, die nach einer ganz neuen Erfahrung suchen von Johann Wolfgang Goethe.“

„Warum immer gleich ankommen? Erleben Sie die neue Reisestrategie der Odyssee!“

„Sie waren Raucher und wissen nun nicht mehr, was Sie in der Zeit des Wartens an der Bushaltestelle machen sollen? Lernen Sie ihre Mitwartenden in interessante Dialoge zu verwickeln – Lesen Sie Beckett!“

„Was man macht, wenn man als Käfer erwacht. Rechnen Sie mit allem. Mit Kafka!“

Wenn wir das richtig durchziehen, müssen sich bald die ganzen Ratgeberautoren auf Lesungen rumquälen und davon faseln, wie wichtig ihre Sachen seien auch wenn sie niemand liest.

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