Novemberlicht

Novemberlicht,

du zarter Silberstreif am im Fensterkreuz,

du beste Trägerin der Farbe grau.

Novemberlicht,

du kleines freches Oxymoron, ich meine: November – Licht? Wer hat sich das denn ausgedacht?

Das ist doch Betrug!

„Im November, da machen wir einfach auch mal tagsüber das Licht aus, da sehen die Leute mal, was sie an der Sonne haben.“

Novemberlicht,

du Schattenpriester, du Dunkelolm, du falscher Fuffziger, du nasser Sack!

Novemberlicht,

was müssen wir tun, um dein Gemüt aufzuhellen?

Magst du Cookies?

Ist es, weil wir so viel Kürbissuppe essen und du ausgerechnet die nicht magst?

Novemberlicht,

es tut uns wirklich leid, dass du in der Jahreszeitenschule so gemobbt wurdest.

Aber was können denn wir dafür?

Wir tasten uns um die Mittagszeit durch kaum erkennbare Straßen, nur um dann festzustellen, dass das der Hausflur ist.

Wir stoßen ständig mit Menschen zusammen, die wirklich schlechte Laune haben.

Viele Menschen verlieren ihre Arbeit, weil sie den Weg dorthin nicht finden oder gar nicht mehr aufstehen.

Novemberlicht,

bist du einsam?

Wie wärs denn, wenn du eine Beziehung mit dem Juli anfingst?

Ach so, verstehe.

Hattest du schon.

Novemberlicht,

andere Monate haben auch schöne Tage.

Ja, ok, vielleicht ist das einfach dein Style.

Du willst uns sagen: Zu Hause ist es auch schön.

Kauft euch eine Wärmelampe.

Lest ein Buch.

Novemberlicht,

mach doch mal Urlaub.

Ich trink im Andenken an dich auch noch bei 40 Grad eine schöne Tasse Tee.

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