So der Titel eines ebenso wahnwitzigen wie hoffnungsvollen Projektes, das heute bei Spiegel Online neckische Erwähnung findet. Zwei Studenten haben sich ein recht sinnvolles Thema für ihre Diplomarbeit ausgedacht: Es geht schlicht und ergreifend darum, wer als erster Millionär wird. Fast jeder mögliche Weg, den ein unbedarfter junger Mensch ohne große Vorkenntnisse gehen kann, wird dabei von den beiden beschritten, außer Prostitution.

Sie verkleiden sich als Stofftiere, singen ohne großartig geübt zu haben, Lieder in der Fußgängerzone, verkaufen alten Scheiß bei Ebay, sammeln unermüdlich Flaschen und Altpapier, zocken bei Sportwetten und an der Börse und bewerben sich bei Quiz-Shows.

Nun gut, schaut man sich die Zahlen auf ihrer Website an, sieht man, dass es bis zur Million noch ein weiter weg ist. Trotzdem verbirgt sich hier vielleicht jetzt schon eine Fundgrube an Tipps und Tricks, die einem zumindest zu ein bisschen mehr Kohle verhelfen könnten. Wer also gerade nicht so ganz weiß, wie es weitergehen soll, weil er den Schreibtisch bei der Bank oder seinen Platz auf dem Börsenparkett räumen musste, dem sei diese Seite wärmstens empfohlen.

So ein bisschen neidisch bin ich ja schon, dass mir für meine eigene Abschlussarbeit nicht so was Originelles eingefallen ist, wobei mein Thema („Zur Funktion des Gender-Diskurses in Thomas Meineckes Pop-Roman ‚Tomboy’“) sich zumindest originell anhörte. Ich bezweifle aber auch, dass man in Germanistik so ein Projekt durchbekommen hätte, da wäre höchstens so was wie: Überleben im deutschen Literaturbetrieb dringewesen, aber das ist ein tristes Thema, das weniger skurille Auftritte, sondern eher eine ganze Menge langweiliger Briefe verheißt.

Die beiden sind eben Kunststudenten und können sich in einer Zeit, in der Damien Hirst die Auktion selbst zu einer Art Kunstform erhoben hat, eben auch erlauben, Sportwetten zum Teil eines Gesamtkunstwerks zu machen.

Ich selbst war ja noch nie in so einem Sportwettenschuppen. Wirkt immer ein bisschen wie der Kneipenersatz für Leute, die in die meisten Kneipen wegen Hausverbots nicht mehr reinkommen. So lange die Wetten sich bei uns ander als Great Britain nur auf herkömmliche Sportarten und nicht auf andere größere und kleinere Ereignisse beziehen, ist es mir dort auch zu langweilig.

In so einer Studentenstadt wie der, die ich bewohne, müsste man eher auf neue Entdeckungen wetten. Existiert Gott eigentlich? – Die Quoten stehen 100:1 gegen ihn. Da müssten die Stadtgeistlichen schon aus Überzeugung zu richtigen Zockern werden und sie könnten damit werben, dass Glaube sich doch lohnt,… wenn man daran glaubt.

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