Uhus kommunizieren offenbar auch über ihre Exkremente, wie man heute beim Stern lesen kann. So teieln Uhus durch Fäkalien mit, wie es gerade um ihren Nachwuchs steht und natürlich markieren sie damit ihr Revier. Das enttäusch natürlich diejenigen unter uns, die stets wie ich dachten, dass allein der schöne Ruf des Uhus, der dem putzigen Tier ja seinen Namen gab, zu Kommunikation völlig ausreiche.

Tagelang versuchte ich selbst schon, meine Kommunikation auf ein erträgliches Mindestmaß zu reduzieren, indem ich alles an mich herangeschwallte stets nur mit dem immergleichen „Mhm.“ zu beantworten pflegte. Nun haben die Uhus leider selbst den Beweis dafür geliefert, dass das wohl nicht ausreichend ist und gleichzeitig ein schönes Mittel zur indirekten Mitteilung bereit gestellt.

Exkremente. Das ist die Lösung. Wer sich selbst stets immer wieder mit unnötigen Anfragen konfrontiert sieht, wie zum Beispiel der, ob man nicht doch erwäge, das nicht vorhandene Auto mit einem modernen Radio auszustatten, das völlig ohne eigenes Zutun täglich die teuersten aller Versicherungen für einen abzuschließen, hat nun eine flexible Waffe zur Hand.

Ein lästiger Anruf ließe sich nun zum Beispiel so abwehren: „Ein zweites Handy? Wissen Sie das erinnert mich an meinen zweiten Weisheitszahn, der schon länger nur noch eiterumflossen in meiner Mundhöhle vor sich hingammelt, ähnlich wie der Joghurt in meinem Kühlschrank, den ich nur aufbewahre, um damit demnächst meinen Nachbarn zu vergiften. Diesen Nachbarn, der seinen Hund regelmäßig auf mein Fahrrad urinieren lässt, mit dem ich mich immer ins Schwimmbad schleppe, um meinen Rücken ein wenig in Schuss zu bringen, da diese Schmerzzone mich schon länger am Beischlaf hindert, was meiner Lebensgefährtin gar nicht gefällt, die ja nun…“

Mit ein bisschen Übung schafft man es sicher bald, jeglichen störenden Einfluss schon lange bevor man von ihm Kenntnis erhalten könnte vom eigenen Nest fernzuhalten und sich darüber hinaus selbst immer wieder von der schwarzen Schlacke des Alltags zu reinigen.

Ein Dank dem Uhu, dem Urvater aller Käuze!

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2 responses to “Die beschissene Sprache der Uhus”

  1. Weißt du übrigens, welcher brillante Sprachprediger, den wir beide sehr schätzen, sich in seiner aktuellen Kolumne über die Mehrzahl von Uhus (also: Uhus) auslässt?
    Wünsche, schönen Urlaub zu haben.

  2. Oh, mir wird schon ganz sick…

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