Doris Lessing und der verdammte Nobelpreis

Doris Lessing hat sich vor einiger Zeit gehörig über den Nobelpreis aufgeregt, den sie vor einiger Zeit bekommen hat. Sie hätte keine Zeit mehr zum Schreiben und würde ständig von irgendwelchen Journalisten belagert.

Muss wirklich schlimm sein. Man sitzt gerade an einem tollen Dialog für seinen neuen Roman, bis auf einmal ein versteckter Journalist aus dem Papierkorb auftaucht mit der Frage: „Hey, verwenden Sie eigentlich Anführungszeichen?“ Zugegeben, das ist etwas unwahrscheinlich. Wenn die Journalisten einigermaßen intelligent sind, werden sie Lessing eher zu reißerischen Themen befragen:

Doris Lessing über Britney Spears: „Ich kann sie verstehen. Die ganze Zeit von Journalisten umlagert. Da muss man einfach durchdrehen. Ich hatte auch mal überlegt, mir aus Protest die Haare abzuschneiden, aber wahrscheinlich hätte man mir das als genialischen Charakterzug ausgelegt. Egal was ich mache, man hält es für intelligent. Ich bin eben Nobelpreisträgerin.“

Das Geld hätte sie schon fast gänzlich aufgebraucht und an Verwandte verschenkt. Da hätte man doch auch was Besseres draus machen können: „Der Fleck hier links im Bild ist natürlich niemand anderes als die Nobelpreisträgerin Doris Lessing, die gerade den letzten Rest ihres Preisgeldes an einem Daddelautomaten in Las Vegas verzockt! So tief kann man fallen, früher spielte sie noch Roulette.“

Wenn es ihr jetzt bald an Geld mangelt, kann sie ja Werbung für eine Burger-Kette machen: Der Bestseller-Burger mit unbekannten griechischen Buchstaben drauf! Sei intellektuell! Sei ein Freak! Das goldene Notizmenü! Mit Hornbrille!“

Sartre hat den Nobelpreis damals ja abgelehnt. Der hatte das alles schon hinter sich. Hatte wohl keinen Bock mehr, noch länger der monologisierende MC von Montmartre zu sein. Literatur-Stars sind schon arm dran. Kreischende Teenies hängen vor ihren Häusern rum und brüllen auswendig ganze Kapitel ihrer Werke herunter, dauernd dichtet man ihnen Affären zu abgewrackten Opernintendanten an und dann soll man noch schnell den neuesten Roman für die Charts schreiben, der dann tagelang die Schaufenster von Buchhandlungen verstopft, bis ihn keiner mehr sehen kann. Nobelpreise sind echt übel.

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