Max Goldt und der Kleist-Preis

Max Goldt erhätlt den Kleist-Preis. Der Antichrist aller Kolumnisten darf sich in eine illustre Reihe von Namen stellen und dabei irgendwie aussehen wie er selbst. Wenn man gerne Max Goldt liest, beschleicht einen irgendwann das Gefühl, man könnte ihm nur eine Form der Verehrung mit Stil angedeihen lassen: Den Hass. Etwas anderes als Verachtung erscheint einem zu uncool gegenüber diesem Übervater unserer Zunft und das letzte Fünkchen Hoffnung, er möge einen mal bemerken und irgendwas Abfälliges über einen schreiben, lässt einen, womit man letztendlich ja immer sich selber meint, Versuche verbrechen wie diesen hier.

Vielleciht leigt Goldt gerade, während ich diese Zeilen tippe, an irgendeinem Bühnenausgang der Republik in seiner Kotze und liest Kleists „Penthesilea“ und genießt den Umschlag von Liebe in Zerstörungswut wie Penthesilea ihn gegenüber Achilles erlebt, was sie ihn schließlich zerfleischen lässt. „Ach ja Kleist, der alte Sack.“, murmelt Goldt schmunzelnd und lässt ein bisschen Spucke anerkennend auf die Zeilen des Meisters tropfen. 

Vielleicht macht er auch was ganz Anderes und überlegt, ob nicht auch Hilary Clinton Elton John bei ihrem gemeinsamen Wahlkampfauftritt ein bisschen anknabbern könnte, damit mal etwas passiert, was wirklich nach Verzweiflung aussieht. Man muss ja nicht immer gute Mine zum bösen Spiel machen oder umgekehrt und wenn eine Cornflakes-Packung, in der ein Tonband, was Tonband, ein Ipod mit dem Anrufbeantwortertext Goldts läuft, dann letztendlich den Preis entgegennimmt wäre das wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer.

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