Ich habe „Abgedreht“ ja leider nicht sehen können, weil ich in der cineastischen Provinz lebe, deshalb habe ich mir selber ein paar Gedanken gemacht, wie man bekannte Filme nachdrehen könnte.

„King Kong“ – Onkel Manfred einfach mal ohne Bademantel die Straße runterlaufen lassen, von der Körperbehaarung her müsste es ungefähr hinkommen.

„Casablanca“  – Ich wollte schon immer mal zu einem DJ sagen: „Ich hatte doch gesagt, du sollst dieses Lied nie mehr spielen.“

„Star Wars“ –  bei mir wären die Jedi-Ritter noch cooler: Sie könnten inzwischen so gut mit der „Macht“ umgehen, dass sie ihre Kämpfe nur noch telepathisch austragen und sich auf zwei Stühlen grübelnd gegenüber sitzen.

„Matrix“ – bei mir würde Neo die andere Pille schlucken und so weiterleben wie bisher.

„Ratatouille“ – Mit echten Ratten. Einfach im Hausgang gefangen und dann vor laufender Kamera genüßlich verspeist.

„Basic Instinct“ – im Sinne des Titels – ohne störende Handlung.

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ – Ein Murmeltier und ein Kalender –  mehr brauchs nicht.

„Das Boot“ – ein Urlaubsvideo.

„Der Pate“ – so eine Taufe kann ganz schön spannend sein.

Man könnte auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, z. B. gleichzeitig „Der Marathon Mann“ und „Außer Atem“ drehen.

„Stirb langsam“ ist doch eigentlich auch nur ein Alternativtitel für „Das Meer in mir“.

Ich geh jetzt raus und genieße das schöne Wetter –  wenn ich mich dabei flme kommt wohl automatisch eine neue Version von „Das Böse unter der Sonne zustande.

Ich lebe in einer kleinen Studentenstadt im Südwesten. Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist es, ins Kino zu gehen. Nur wird mir gerade das hier immer besonders schwer gemacht. Denn gerade die Filme, die mich interessieren, werden hier regelmäßig schon nach der ersten Woche abgesetzt oder erst gar nicht gezeigt. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin kein fanatischer Programmkinogänger. Ich habe gar nicht einen so ausgefallenen Geschmack. Nur sehe ich auch gerne mal etwas anderes als kindische Animationsfilme, die angeblich immer wahnsinnig witzig sind, aber eben doch nicht darüber hinwegtäuschen können, dass sie eben kindisch sind. Ich will nicht immer nur Filme über sprechende Fische und Ratten sehen, sondern Filme mit echten Menschen drin, die interessante Dinge erleben und interessant heißt nicht, dass sie sich zum zehnten Mal tollpatschig verlieben und dafür Nachhilfe brauchen oder sich alte Witze erzählen.

Ich verstehe es nicht. Warum setzt man die interessanten Filme immer so schnell wieder ab? Ich wollte „Agedreht“ anschauen udn jetzt läuft er nur noch am Wochenende um 23 Uhr. der Film hat zwar nicht die allerbesten Kritiken bekommen, aber ich könnte mir vorstellen, dass er immer noch besser ist als der „Rote Baron“, aber offenbar wollen die Studenten in dieser Stadt solche Filme lieber sehen. Vielleicht kann man sich einfach nichts Anspruchsvolles mehr anschauen, wenn man den ganzen Tag Bücher liest.

So lande ich dann doch immer öfter in der Videothek, wo ich mir die Filme dann Monate später ausleihen kann, aber die sehe ich dann eben nur zu Hause ohne das wohlige Gefühl des dunklen Kinosaales, der mich umfängt wie ein zweiter Mutterleib.

Heute Abend schaue ich mir dann wenigstens „I’m not there“ an, der kommt immerhin schon um halb zehn.

Die sollen doch mal die Kinderfilme spät nachts zeigen, da wäre vielleicht auch ich schon in einem Zustand, in dem ich mich mit sprechenden Tieren identifizieren kann.