Aus ganz speziellen Gründen leide ich gerade etwas unter Schlafmangel. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so genau, wann ich noch schlafe und wann ich wach bin, Letzte Nacht habe ich, glaube ich, nicht wirklich geschlafen, bin aber so wach heute, dass ich doch irgendwann eine Schlafphase erwischt haben muss.
Wenn man so wenig oder fragmentarisch schläft, relativiert sich aber das ganze Konzept des Schlafes. Ab einem gewissen Punkt, scheint es dem Körper dann wieder relative egal zu sein, ob er geschlafen hat, oder nicht. Man wird von außen betrachtet vielleicht immer unzurechnugsfähiger, aber man selber bekommt es ja nicht mit. Ich befinde mich in einem großartigen Zustand der Gleichgültigkeit. Wer auch immer mich jetzt stressen will: Das Finanzamt, die Polizei, ein Nachbar wegen Müllvergehen, ich bin gefeit gegen jede Irritation. Es ist mir alles herrlich egal.
Da fragt man sich doch, ob Schlaf nicht sowieso völlig falsch bewertet wird in unserer Gesellschaft. Woher kommt dieses Gefühl, immer fit sein zu müssen? Ist es nicht gerade unser kapitalistisches auf reibungslose Abläufe getrimmtes System, das danach verlangt, dass wir immer so übertrieben wach sind?
Wenn alle Menschen weniger schlafen würden und dementsprechend fertig wären, käme auch keiner mehr auf die Idee, andere mit Raketen anzugreifen. Genaues Zielen wäre nicht mehr möglich.
Es wäre doch viel schöner, wenn man völlig fertig ins Büro käme, auf dem Schreibtisch einschläft und der Chef sagt: Das ist die richtige Einstellung. Solche Leute, wissen, worauf es im Leben ankommt. Nicht immer diese dienstleistungskonforme All-Zeit-bereit-Haltung! Wenn der Bäcker einfach einschläft, werden die Leute beim Brötchenkaufen auch wieder netter.
In Zukunft wird der Wecker Nachts gestellt. Für alle! Da jault einfach eine Sirene auf in der Nacht, damit alle nicht durchschlafen!
Okay, es geht so langsam durch mit mir. Aber nach dem Schreiben hier habe auch einen Grad der Müdigkeit erreicht, der mich

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