Der Regen hört nicht auf. Und dabei wollte ich schon längst einkaufen gegangen sein. So sitze ich am Schreibtisch und öffne mich dem Sound der Tropfen. Schon scheint mein Innerstes sich zu verflüssigen, um den Tropfen draußen zu folgen. Ich fließe durch die Wohnung, umarme den Türrahmen und suche nach der Ritze im Sofa, die mich Fluss werden lässt.
Es sind diese Momente, in denen ich mir wünsche, eine Katze zu sein. Der scharfe Blitz meines Verstandes versucht noch, den Geist zurück ins Gatter der Vernunft zu zerren: – Nein! Du bist kein Regen! Vielleicht musst du nur aufs Klo! Nicht zu viel von Katzen reden, sonst hast du bald ganz viele…
Seine krächzende Stimme verhallt in der Watte meiner Traumwolken. Ich baue mir eine Burg aus Samt und atme die Dunkelheit ein, die selbst das künstliche Licht der Deckenlampe ansteckt. Schemenhaft winkt der Zipfel eine Rechnung durch die Schwaden meines heutigen Vergehens.
– Was laberst du! 21. Jahrhundert! Los, sofort irgendwas Ironisches über Internet sagen! Oder Fußball!
Ich tanze um die Teetasse und hülle mich in Pfefferminzdampf. Mag die anrollende Erkältung mir die Sinne betäuben wie Opium im nächtlichen Paris…
– Okay, ich gebs auf.
Aufgeben ist Aufgehen im Aufgeben eines Schreibens an den Mondaufgang.
– Aaah!
Reg dich nicht auf. Lass es regnen.

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