Hertie ist zu – Meine Kindheit ist tot

Jetzt ist es also durch: Hertie ist Geschichte. Das dachten sicher vorher schon viele, da man Herties ja nur noch selten irgendwo sieht, nachdem Karstadt die meisten davon gefressen hatte. Jetzt ist es aber endgültig vorbei. Die letzten Häuser werden geschlossen.

Damit geht auch ein weiterer Teil meiner ohnehin schon fast vergessenen Kindheit flöten. (Blockflöte spielt ja auch kaum noch jemand) Quasi familiär von Eltern Berufs wegen mit dem Haus verbandelt, verbrachte ich dort als kleiner Knirps manch schönen Nachmittag in der Kinderbuchabteilung oder bei den Spielwaren.

Wenn der Kindergarten früher zumachte, fand ich hier immer eine Spielwiese, von der andere nur träumen konnten. Wer wusste schon in so zartem Alter, dass sich hinter dem leger gekleideten Mann mit der Parfümtüte in der Hand der knallharte Hausdetektiv verbarg?

Ich muss Abschied nehmen, ja wir alle müssen das, denn es wird sicher nicht die letzte Kaufhauspleite gewesen sein. Auch all die anderen Kaufhäuser und -höfe muten inzwischen eher wie Relikte aus einer anderen Ära an. Heutzutaga gibt man sich ja nicht mehr mit Kaufhäusern zufrieden.

Kaufstädte – das ist der Trend, den man inzwischen nicht mehr in der Zukunft suchen muss. Gerade in Stuttgart, wo ich meine Kindheit verbringen durfte oder musste, hat man oft den Eindruck, im verrückten Traum eines Konsumsüchtigen gelandet zu sein, als einer Innenstadt.

Fragt sich nur, was passiert, wenn auch die Städte insolvent gehen…

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