Manni der Marsfrosch

Bei der Süddeutschen kann man heute von einem Frosch lesen, der 1993 ins All geflogen ist: Manni. Es ging wohl damals darum, Hirn- un Ohrentwicklung bei Fröschen zu erforschen. Manni war noch eine Kaulquappe und wusste wahrscheinlich gar nicht, was er da unterschrieb, als eines Tages der nette Herr mit dem Aktenkoffer vor seinem Tümpel stand.

Schön, dass die Süddeutsche dem kleinen nun zu spätem Nachruhm verhelfen will. Leider erfährt man nur wenig über ihn. Mich würde ja interessieren, warum man ihn ausgerechnet Manni genannt hat. Sicher ein sympathischer Name, aber wäre „Ikarus“ nicht irgendwie galaktischer und somit angebrachter gewesen?

Die Welt traut so einem kleinen Frosch offenbar wenig zu. Zu Unrecht: Vielleicht erzählt man sich im Rest des Weltalls seit seinem Flug nur noch von diesem angenehm entspannten ruhigen Erdbewohner, der so anders war als seine aufgedrehten plappernden menschlichen Kollegen.

Ähnlich schlimm ergeht es der Mücke, die man bei der Raumstation ISS ausgesetzt hatte und von der man heute beim Spiegel lesen kann. Sie hat überlebt. Und jetzt? Jetzt glaubt ihr kein Mensch und sie bekommt nicht mal einen Namen. Da ist Manni doch noch besser dran.

Ich fühle mit den beiden. Mich nimmt auch niemand ernst. Wenn ich im Supermarkt frage, ob man die Reiskörner auch einzeln kaufen kann, schauen die mich immer an, als wäre ich ein Bauklotz.

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