Fuck for Forest

Bei der Bild kann man heute zwei interessante Dinge lesen: Zum einen geht das Dschungelcamp in die vierte Staffel. Als Information auf den ersten Blick kein besonderer Brüller, aber in finsteren Zeiten wie diesen möchte ich sagen, so lange so ein Schwachsinn noch erfolgreiich im Fernsehen läuft, besteht auch eine gewisse Chance, dass man in naher Zukunft auch mit so einem Schwachsinn wie Aktien wieder Gewinne erzielen kann.

Die zweite Meldung ist wesentlich interessanter und weist eine nette Analogie zur ersten auf: Eine junge Frau möchte mit Sex-Jüngern der Gruppe „Fuck for Forest“ den Regenwald retten. Diese Gruppe dreht Pornos und verkauft sie im Internet, um mit dem Erlös den Regenwald zu retten. Die junge Frau soll nun verschwunden sein und den besorgten Freunden nur die Nachricht: „Mir geht’s gut!“ aus dem brasilianischen Urwald geschickt haben.

Seltsam, wie unterschiedlich sich beide Geschichten in ihrer Darstellung ausnehmen. Während das Dschungelcamp einem als hirnlose Gaudi verkauft wird, die es trotzdem wert ist, jeden Tag darüber zu berichten, ist der zweiten Meldung deutlich Besorgnis über das Schicksal eines jungen Menschen anzuhören. Ich sehe die Besorgnis ja eher auf Seiten der Dschungelcamp-Bewohner. Wiederholt erfährt man, dass diese Menschen sich nicht nicht aus idealistischen Gründen im Dschnungel beobachten lassen, sondern wegen der Kohle.

Der Punkt ist: Wenn es nur um Kohle geht, gibt es doch auch viel einfachere Wege: Ponros drehen, oder sich einfach nackt ablichten lassen. Es muss der Dschungel selbst sein, der eine magische Anziehungskraft ausübt auf die Stars. (Wobei ich so gut wie keinen von diesen Stars kenne, inzwischen kann glaube ich jeder von sich behaupten ein Star zu sein. Ist ja auch eine schöne Einstellung: Allein die Tatsasche, dass man in dieser seltsamen Welt überlebt, macht einen zum Star)

Der Dschungel scheint die letzte Zuflucht zu sein für Menschen, die ahnen, dass ihre Spezies sich bald selbst überwinden wird. Demütig pflegt man im Dschungel das Ritual der Selbstablichtung, um schließlich auf dem ein oder anderen Weg vergessen zu werden. Wen interessiert schon, was die junge Verschwundene im Regenwald wirklich macht? Wer wird sie filmen, wenn sie die Weisheit des Dschungels aus den Facettenaugen einer Libelle liest?

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