„Ich wäre froh, wenn mir jemand die Liebe erklären könnte.“, sagt Boris Becker nach seiner letzten Beziehung, wie man beim Spiegel lesen kann. Er wüsste gerne, ob er nach dem Kopf oder den Gefühlen gehen soll. Den Geldbeutel hat er vergessen, den Körper sowieso. Ist natürlich schwierig, wenn man von so abstrakten Begriffen ausgeht.

Kopf und Gefühle, das kann ja alles bedeuten. Vor allem: nach welchem Kopf ihrem oder seinem? Oder müssen beide Köpfe von der Form her gut zusammenpassen? Von den Gefühlen wollen wir gar nicht reden. Liebe ist ja auch ein Gefühl, wenn man da nach dem Kopf geht, kann ja nichts dabei rauskommen.

Wagen wir es also: Lieber Boris Becker, Liebe funktioniert so: Die Liebe, ein seltsames Gerät aus allerlei Blumen und Wolken zusammengeschraubt, fährt so durch die Lande auf Schienen, die ein paar Engel für den göttlichen Subunternehmer verlegen. Da fährt sie unaufhaltsam auf ihrer Bahn und ab und zu passiert es, dass zufällig zwei Menschen gleichzeitig auf den Schienen stehen bleiben, weil sie Menschen sind und doof und blind. Daher auch der Spruch: Liebe macht blind. Das ist eine Kurzform des althergebrachten Sprichwortes: Die Liebe macht dem Menschen bewusst, dass er blind ist. Wir sehen ja alles mögliche nicht, dunkle Materie zum Beispiel oder eine schlechte Aura.

Aber zurück zum Thema: Zwei Menschen treffen sich auf den Gleisen. Häufiger ist allerdings der Fall, dass nur ein Mensch über die Schiene läuft und dann von der Liebe überfahren wird. Die Erinnerung an diesen Aufprall trägt er nun mit sich fort als diffuses gefühl mit dem er alleine wenig anfangen kann. Er muss es teilen und sucht sich dafür meistens einen Menschen aus, den er toll findet. Das Problem ist nur, dass der andere Mensch es meistens zwar ganz nett findet, toll gefunden zu werden, aber eben nicht von der Liebe gerammt wurde und sich eher verfolgt als geschmeichelt fühlt, wenn der andere ihn 100 Mal am Tag anruft und ihm Lasterweise Rosen vor die Haustür kippt.

Nur wenn zwei Menschen gleichzeitig auf den Gleisen landen, dann besteht eine gewisse Chance, dass die Liebe den Grundstein zu einer echten Beziehung legt. Da Menschen aber blind und doof sind, kann es auch sein, dass sie den Einschlag der Liebe schon baöld wieder vergessen oder annehmen, dass sie nicht aus Liebe zusammen sind, sondern einfach, weil sie sich gern haben, was im Prinzip gar nicht so verkehrt wäre, aber Menschen wollen eben immer das, was sie nicht verstehen und deshalb muss es immer die Liebe sein, die eine Beziehung begründet.

Das ist ein bisschen so wie bei den Eichhörnchen, die glauben, dass ihre Nüsse nicht einfach so vom Baum fallen, sondern vom großen Gnangt von den Bäumen geschüttelt werden.

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