Bei der Süddeutschen kann man gerade lesen, wie Frank-Walter Steinmeier die Wirtschaft retten will. Auf dem SPD-Sonderparteitag sagte er, man brauche nach dem Rettungsschirm für die Wirtschaft nun auch einen Schutzschirm für die Arbeitsplätze.

Ja klar, möchte man da sagen. Die Manager dürfen wieder gut gelaunt mit einem tollen Fallschirm aus dem Flugzeug springen, wobei noch nicht gesagt ist, dass der auch wirklich aufgeht, wenn man an der Schnur zieht und die Arbeitnehmer? Die stehen dann vor ihrem Personalchef mit einem Topflappen in der Hand und sagen: Sie können mioch nicht entlassen! Ich habe den magischen Steinmeier-Schutzschild!

Diese Metapher zeigt doch schon, wie hilflos man Entlassungen gegenübersteht. Kein Wunder, dass hier nichts läuft, wenn die regierung Manager zum Trendsport verdammt und die dann, das Hirn voller Adrenalin vom großen Tanjdemsprung mit ihrem staatlichen Betreuer, davon faseln, sie würden auch etwas Gutes tun und ihr Gehalt von zwei auf eine Million reduzieren. Da möchte man mal einen Arbeitnehmer sehen, der nach der betriebsbedingten Gehaltskürzung breitbeinig dasteht und sag: Ich habe auf einen Teil meines Gehalts verzichtet, um die Wirtschaft zu retten! Das Schlimme an diesem Bild ist ja, dass es so was in der Tat schon öfters gegeben hat.

Da hilft wohl nur noch Bungee Jumping. Wenn wir alle mal eine Nahtoderfahrung gemacht haben, sehen wir den Jobverlust vielleicht nicht mehr als so schlimm an. Vielleicht wollte Steinmeier ja etwas in dieser Richtung sagen, dieser finfühlige Metaphernpsychologe.

Die Situation ist doch folgende: Wenn der Rettungsschirm des Managements nicht aufgeht, nützt dem Arbeiter am Boden auch der bste Schutzschild nichts. Da müsste man schon mit den USA zusammenarbeiten, die sich mit sowas vor Angriffen von außen schützen wollten. Was die Zusammenarbeit mit den USA uns gebracht hat, sehen wir ja jetzt in anderen Bereichen.

Hoffen wir also auf guten Fallschirme und verbannen alle Anspielungen auf Möllemann aus unseren Gedanken. Nicht dass mancher noch darauf kommt, dass das Ziehen der Rettungsleine letztendlich ganz allein in seinen eigenen Händen liegt.

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