Bücher, die man auch mal schreiben könnte VII

Der Anachronist

Ein Künstler-Roman, der im Jahr 2121 spielt und in dessen Zentrum Jochen Sempf steht, ein Künstler, der sich der Aufgabe verschrieben hat, klassische Methoden der Kunst wieder zum leben zu erwecken. Er beginnt damit, seine Exkremente auszustellen, was die Kritiker zunächst als entsetzlich altmodisch ablehnen. gegen Ende des Romans schafft auch er es, sich der neuen Kunst zu öffnen und schafft sein Lebenswerk, das ihn für immer unsterblich machen wird: „Die Arbeitsverweigerung“. Er fährt von Ausstellung zu Ausstellung, wo er von roten Kordeln umgrenzt mit verschränkten Armen beleidigt auf einem Stuhl sitzt, um immer gerade dann, wenn sich einige Leute versammelt haben, um ihn anzustarren, einfach zu verschwinden.

Hämorrhiden

Aufzeichnungen eines Weltmeisters im Pfahlsitzen

Mensch-Deutsch; Deutsch-Mensch

Ein Buch, das die Verständigung der Menschen untereinander extrem vereinfacht. So wird zum Beispiel erklärt, was sich hinter Antorten wie: „Ach, das ist ja interessant!“, „Du hast dir ja die Haare geschnitten!“ und „Ich liebe dich“ eigentlich wirklich steckt.

Muh!

Ein Buch, das man Kühen vorlesen kann, wenn sie keine Milch mehr geben.

Literaturwissenschaftsroman

Ein Werk, das sich selbst interpretiert: „Das hier ist der Anfang des Textes. Schon jetzt zeigt sich eine neutrale Erzählhaltung, der Text bestimmt seinen eigenen Beginn, was auch auf performativer Ebene nachvollzogen wird. Auch der zweite Satz scheint neutral erzählt zu sein, wobei eine gewisse Abgrenzung vom ersten Satz deutlich wird, da der zweite den ersten Satz kommentiert, so werden hier zwei Diskurse aufeinander bezogen, einer, der sich selbst als einen solchen manifestiert und ein anderer, der diese Manifestation kommentiert, wodurch ein übergeordneter Diskurs der Dialogizität des Textes entsteht. Der dritte Satz des Textes macht eine weitere Ebene auf, wobei er das Diskursgeflecht abbildet, das aus den beiden ersten Sätzen entsteht, er selbst stellt den Repräsentant des in ihm erwähnten übergeordneten Diskurses dar, wodurch auch die Manifestation dieses Diskurses performativ nachvollzogen wird. der vierte Satz des Textes eröffnet eine weitere Ebene, wobei sich ein wichtiger Aspekt des Textes abzeichnet: Es werden ständig neue Ebenen produziert. Der fünfte Satz fällt im Vergleich zu den vorhergehenden durch eine geweisse Knappheit und Redundanz auf, offenbar kündigt sich auch eine anstehende Resignation an, die aus der vermeintlich positiven Stimmung des Schaffens immer neuer Ebenen ensteht, da diese auf die Dauer eintönig zu werden droht. Etc.“

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