Wie an den meisten seiner Nachmittage schlurfte Herr Schmidt, ein pensionierter Beamter der früher beim WKD gearbeitet hatte, in den kleinen Garten hinter seinem Haus. Dort setzte er sich routiniert auf das Bänkchen, von dem aus man das Gemüsebeet und die kleine Rasenfläche wunderbar überblicken konnte und wartete.

Nach einiger Zeit hob er erwartungsvoll den Kopf und wie auf Befehl löste sich auf einmal eine fliegende Untertasse aus den Wolken am Frühlingshimmel, stieg anmutig herab und landete auf der kleinen Rasenfäche. Herr Schmidt beobachtete den Vorgang gelassen. Zischend öffnete sich die Ausstiegsklappe des UFOs und drei Aliens mit den typisch großen Köpfen und dem kleinen Körper stolperten aus dem Raumfahrtvehikel.

Feixend gingen sie auf Herrn Schmidt zu und sagten:

„Mensch Schmidtie! Wie gehts denn so?“

„Hallo Jungs, es geht, wie immer. Und bei euch?“

„Ja, och, bisschen Weltraum vermessen, paar Menschen entführen, Sterne zerstören, der übliche Kram eben. Und genießte die Rente?“

„Ja ja, aber aufregen könnte ich mich wieder. Es gibt Menschen, da denkst du, das gibt es doch gar nicht! Da parkt doch einer tatsächlich jeden Tag vor meinem Fenster, obwohl da Halteverbot ist.“

„Ja, sowas. So ne Drecksau, wahrscheinlich Ausländer..“

„Ja bestimmt, und dann auch noch einer von den schlimmen, der nicht mal Deutsch kann!“

„Ja, ja das sind die Schlimmsten. Neulich hat uns auch wieder einer fotografiert und als wir ihn dann mitnehmen wollten, Mann war das ein Theater. Nix Guantanamo! Nix Guantanamo! Schrie der dir ganze Zeit. Typisch. Den Deutschen muss man nur sagen, das hätte schon alles seine Ordnung und wenn das nichts hilft, wir wären von einer Castingshow, aber in so einem Fall..“

„Ja, ja, ist doch immer das Gleiche. Und die Politiker machen ja nichts… Jetzt haben sie sogar diesen Schill beim Koksen erwischt. Da dachte man, es gebe wenigstens einen anständigen, auf den man sich verlassen kann und dann so was!“

„Ja schlimm, schlimm“

„Ach regen wir uns nicht auf. Kommt wir trinken mal von meinem Selbstgebrannten.“

„Ja gerne!“

Herr Schmidt stieß mit den Aliens an und all schüttelten sich vor Zufriedenheit.

„Mensch Danke Schmidtie! Bist echt n dufter Typ“

„Na klar, für meine Freunde doch immer. Noch nen schönen Tag ihr.“

„Ja gleichfalls, bis denn“

Die Aliens bestiegen wieder ihr Ufo und schwebten davon, während Herr Schmidt wieder in seine Wohnung vor den Fernseher schlurfte. An Bord des UFOs resümierte man:

„Mensch der Schmidt. Alter Spinner!“

„Wem sagst du das. Mensch halt.“

„Aber sein Schnaps ist spitze!“

„Wenn der wüsste, dass das Zeug bei uns verboten ist und auf der Straße 1000 Steine kostet…“

„Ja, hihi und was es für ne tolle Wirkung hat…“

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One response to “Herr Schmidt und die Aliens”

  1. Gut, werter Herr Kienzler, dass Schmidt keinen blassen Schimmer hat, was er mit seinem Fusel einstreichen könnte. Dann wäre Essig mit dem lässigen Rentnerdasein. Garantiert.

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

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