Der große Wandel II

Hilary Clinton sitzt in einer Talk-Show und vergießt eine Träne, die nicht gespielt ist.

Denis Kunz steht fassungslos vor seinem Haus. Ein Heizkörper ist explodiert.

Dr. Frankenstein junior sieht andächtig auf das vor ihm liegende Wesen hinab. Sollte ihm noch Größeres als seinem berühmten Vater gelungen sein?

Millionen Fensehzuschauer rätseln während einer Werbepause über die Tränen von Hilary Clinton, während Hilary selbst von einer hektisch tupfenden Maskenbildnerin bearbeitet wird. Eine Traube von Redakteuren und Kabelträgern verfolgt atemlos den Vorgang.

Denis Kunz ist verzweifelt. Er ruft laut und deutlich nach der einzigen Person, die ihm jetzt noch helfen kann: Seiner Mama.

Dr. Frankenstein junior tritt vorsichtig einen Schritt zurück. Wird sich der vor ihm liegende Koloss nun erheben?

„Aber Mrs. Clinton, wir hatten doch ausgemacht erst im letzten Drittel der Sendung?“ fragt ein Redakteur, der trotz seiner gehobenen Position vor der eisernen Lady mit dem durchdringenden Blick einen Katzbuckel macht, der einer normalen Katze das Rückrat gebrochen hätte.

Nachdem seine Mutter auf sein wiederholtes Rufen nicht reagiert, rennt Denis Kunz kurz entschlossen in die Küche.

Dr. Frankenstein junior hält den Atem an. Jetzt wird es geschehen und es geschieht nichts. Er bricht jubilierend in Freudentränen aus.

„Sehen Sie Mrs. Clinton, es ist doch noch spontaner so. Ich denke, es wird seine Wirkung nicht verfehlen.“ versucht der sich windende Redakteur der Präsidentin in spe entgegen zu kommen, die keine Miene verzieht. „Nun dann gehen wir mal wieder auf Sendung.“

„Denis Kunz!“ sagt Denis‘ Mutter, die inzwischen über den Verlauf der Katastrophe informiert ist. „Wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst nicht mit dem Puppenhaus experimentieren!“ Denis schaut betreten zu Boden, wieder kein Nachtisch. „Aber Mama, ich wollte doch nur die Heizung mal richtig laufen lassen…“ „Das ist eine Puppenhausheizung!“ schäumt seine Mutter,  „Die kann nicht richtig laufen! Da kann man kein Wasser reinfüllen und wenn man es doch tut und das auch noch mit einer Pumpe, dann platzt sie eben! Und warum um Himmels willen musstest du anstatt Wasser den gesammelten Urin unserer Katze dazu verwenden?“

Dr. Frankenstein Junior hat es geschafft. Während sein Vater nur einen Kunstmenschen zum Leben erweckte und ihn auf die Menschheit losließ, hat er es geschafft ein ebenso von ihm geschaffenes Wesen zuerst an und dann wieder auszuschalten. Der Vater hatte nämlich den Aus-Knopf vergessen. Schon bald kann Frankie in Serie gehen und Kinderherzen mit Freude erfüllen.

Zurück auf Sendung. Alle sind gespannt auf Hilarys Erklärung. „Frau Senator, als die Sprache eben auf die Weiterverwertung von Kuhdung in der Stromerzeugung kam, brachen sie in Tränen aus, warum?“ Redakteure können echt zum Kotzen sein. Mal sehen wie der aussieht, wenn er drei Wochen am Stück nicht geschlafen hat, erkältet ist und dann noch eine kleine Fliege ins Auge bekommt.

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