Mitleid für Roland Koch

Der arme Roland Koch. Die Wahl in Hessen hat er verloren, ohne wirklich verloren zu haben, dem Punktestand nach wars ja eher unentschieden. Seine Parteifreunde wollen nichts mehr mir ihm zu tun haben und dann hat er auch noch diese leicht unsympathische Art an sich, die es einem schwer macht, neue Freunde zu finden.

Das mit den Parteifreunden ist schon hart. Die schreiben einen Brief, in dem sie die CDU als neue Immigrationspartei verkaufen wollen und sagen dann aber, dass hätte mit Koch nichts zu tun, auch wenn er ganz offensichtlich die gegensätzliche Meinung vertreten hat. Das ist dann so als ob man eine Beziehung beendet und dann aber sagt, das hätte nichts damit zu tun, dass der Partner frendgegangen sei, man hätte sich ja noch nie richtig verstanden, auch wenn man am Abend vorher noch eng umschlungen auf einer Parkbank gesichtet wurde oder so als ob man einem eine reinhaut, der einen gerade beleidigt hat und dann sagt, das hätte aber nichts damit zu tun, man hätte nur spontan Aggressionen ablassen wollen oder.. na ja, hört sich auf jeden Fall nicht so glaubwürdig an.

Als jemand, der der Politik der CDU nicht gerade wohlwollend gegenübersteht, kann man da nur sagen: Gut so Jungs, macht ruhig weiter so. Vielleicht könntet ihr euch ja auch in einem öffentlichen Brief davon distanzieren, das Land regieren zu wollen, natürlich ohne der Kanzlerin zu nahe zu treten. Außerdem gibt es da noch eine lange Liste von Sachen, die ihr mal überdenken könntet. Wenn euer Innenminister zum Beispiel so weitermacht, dann wird es bald gar nichts anderes mehr als offene Briefe geben. Briefgeheimnis ist dann nicht mehr.

Die Frage ist: Was wird nun aus Roland Koch? Wird er Bundesminister, nachdem man ihn so vorgeführt hat – Vielleicht im neuen Ministerium für Konfliktbeschwörung? Plant er schon die neueste Unterschriftenaktion – Vielleicht gegen die Pressefreiheit, damit keiner mehr öffentliche Briefe abdrucken kann? Gründet er eine eigene Partei – die CDU, nachdem diese sich von sich selbst ditanziert hat?

Man weiß es nicht. Sicher ist nur eines. Ich wünsche ihm kein Glück.

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2 Kommentare

  1. ephemeridenzeit · Januar 31, 2008

    Liebe Kienzlers Kolumne – vielleicht wird bald für den Ex-Oberkoch ein führender Posten in Afghanistan frei. Zum Beispiel könnte er als ehemaliger Brutalstmöglicheraufklärer der Bundeswehr helfen, die in den Mohnfeldern versteckten Touristen (sic) zu finden. Da wäre er schön prima beschäftigt und für jeden zehnten Fund bekommt er einen Kleinkriminellen als Bonus.

    Das offene Briefsystem findet die Ephemeridenzeit als Schäuble-Fan übrigens sehr gut. Eine weitere Empfehlung wäre, Glasbausteine zum Pflichtbaumaterial einzuführen. Die Glasindustrie wird es freuen und der treudeutsche Michel, der nichts zu verbergen pflegt, auch.

  2. Luft · Februar 3, 2008

    Merkel täte besser daran, den unsympathischen Wahlverlierer Koch nicht auch noch weiterhin zu unterstützen

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