Morgens war es etwas schwierig , um nicht zu sagen dramatisch. Ich musste die beiden großen Kinder in Begleitung des Kleinen wegbringen, weil sie lange geschlafen hatten. Die Mutter musste zur Arbeit. Zuerst ging es überraschend gut, der Sohn stand sogar vor der Tochter auf und wir kamen pünktlich aus dem Haus.

In der Kita gab es das erste Drama: Die Tochter durfte die Einladungen für ihren Geburtstag verteilen. Wir hatten nur eines nicht bedacht: Es gab keine Einladung für sie. Da kann man schon mal tödlich gekränkt sein, wenn man zum eigenen Geburtstag nicht offiziell eingeladen wird.

Es dauerte etwas, bis sie sich wieder beruhigt hatte.

Im Kindergarten kam dann die nächste Runde. Der Sohn hatte auf dem Weg auf einmal festgestellt, dass er statt der Einhornhose die Dinohose anhatte. Er saß eine halbe Stunde lang heulend und wütend an der Garderobe im Kindergarten, bis ich ihn wieder mitnahm. Er war wohl doch noch nicht ganz fit.

Zu Hause bastelte er wie wild und beschäftigte den kleinen Sohn: Er tanzte für ihn, sang für ihn, packte seine Beine, bis ich einschritt und machte tolle Grimassen. Der kleine Sohn dankte es dem großen, indem er auf einmal seinen Namen sagte. Es war vielleicht ein Zufallstreffer, aber es hört sich wirklich so an.

Der große Sohn erzählte noch Abends der Mutter: „Sein erstes Wort war mein Name!“ Er war sehr stolz. Die Mutter holte Nachmittags mit den beiden Söhnen die Tochter ab und ging auf den Spielplatz. Der Große war inzwischen wieder so fit, dass er die Mutter und den Kleinen mit Sand bewerfen konnte, was sie natürlich nicht so toll fanden.

Abends gab es Kartoffeln mit Blumenkohl und ein Bad. Der große Sohn fragte den kleinen noch: „Und? Wie gefällt dir dein Leben so?“ Der kleine Sohn lächelte. Nach dem Baden gingen alle schlafen.

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