Gestern Abend war ich beim Jubiläum von „Poesie und Pommes“ in Reutlingen. Danach kam ich nicht mehr zum Schreiben. Der Reutlinger Slam ging wie immer sehr lang. Es traten zwar nur sechs Leute auf, aber da jeder Beitrag immer noch mit einer genialen musikalischen Improvisation zusammengefasst wird, dauert alles doppelt so lang. 

Es gab tolle Texte über das Künstlerleben nach Corona, die Stimme im Kopf, Mängelexemplare, Diskussionen über Kässpätzle, das Zweifeln an der Freundschaft und einen sehr lustigen Gewinnertext über die Fahndung nach einer Schildkröte.

Und es war ziemlich voll. Der Tag davor war auch prall gefüllt: Morgens gingen die Kinder hoch motiviert in die Kiat, um Fasching zu feiern. Die Tochter ging als Katze, der Sohn als Chase von der Paw Patrol, eine Art Polizistenhund. Die Mutter hatte ihm Ohren an seine Polizeimütze gebastelt und er zog sie bis zum Abend nicht aus.

Ich hatte gut zu tun mit meinen Projekten und schnitt viele Bilder von Fenstern und Türen aus für mein nächstes Animationsprojekt. Nachmittags holte ich die Kinder ab. Beide waren müde, besonders die Tochter. Als der Zucker aus den Faschingsküchle nicht mehr wirkte, litt die Laune merklich.

Es gab nochmal Essen von der Oma, als die Mutter kam und ich entschwand zum Slam.

Heute waren die Kinder ohne Kostüm schon wieder langsamer beim Aufstehen. Die Mutter und ich lieferten sie ab. Sie ging noch in die Stadt, ich an meinen Schreibtisch.

Nachmittags widmeten wir uns einem neuen Hobby, der Gärtnerei oder deren Vorbereitung, weil wir jetzt einen Bahngarten hier vor dem Haus mitnutzen dürfen. Ich entdeckte eine neue Leidenschaft: Hecke schneiden. Sehr befriedigend, wenn man sich an Ästen austoben darf.

Im Anschluss holte ich die Kinder und machte mit ihnen einen Ausflug zur Post.

Auf dem Heimweg blieben wir noch an der Fahrradreparaturstation hängen. Die Kinder, vor allem die Tochter, lieben es, die Werkzeuge an den Metallschnüren immer wieder in ihre Aufhängung zurückfatzen zu lassen. So kann man auch mal eine halbe Stunde verbringen. Außerdem trafen wir noch einen Bekannten, der den Kindern etwas vorrappte.

Die Tochter spricht immer mehr. Zum Beispiel fragt sie gerade immer bei ausnahmslos jeder Person, an der wir vorbeikommen: „Wer war des?“ Zu Hause war die Laune wie immer nicht mehr ganz so gut. Die Tochter ließ sich vorlesen. Der Sohn baute Lego und hängte verschiedene Schilder am Kinderzimmer auf, die erklären, wer Zutritt hat und wer nicht. Ich bin eine der wenigen Personen, die das Zimmer offiziell betreten dürfen. Mal schauen, wann sich das ändert.

Beide Kinder gingen recht schnell schlafen. Ich las der Tochter noch zehn Mal „Zicklein sucht Mama!“ und „Pick die Henne vor“ und dem Sohn vier Kapitel aus dem kleinen Gespenst. Dann war Ruhe.

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