Gestern war ich beim 100. Pforzheimer Poetry Slam zu Gast. Ich durfte dem Publikum was vorrappen und erntete Begeisterung. Außerdem hörte ich eine sehr originelle Version von Hänsel und Gretel und war fasziniert vom digitalen Konzept der Veranstaltung. Nach dem Auftritt und während der Bahnfahrt kam ich nicht mehr dazu, etwas zu schreiben. Gestern war aber auch nicht viel los.

Da ich zum Auftritt fuhr, bekam ich von den Kindern nicht viel mit. Sie waren die meiste Zeit des Tages auf dem Land. Der Sohn machte mit seinem Opa einen Ausritt durch den Wald. Die Tochter machte vor lauter Aufregung keinen Mittagsschlaf.

Heute waren die Kinder etwas speziell drauf. Sie stritten sich um die Puppe, sie stritten sich um die Decke der Puppe, sie stritten sich um den Wagen, sie stritten sich um ein Kissen und um noch viel mehr. Der Sohn war irgendwie aggro drauf und schmiss alles Mögliche durch die Wohnung, bis ich die Luft aus dem Wasserball ließ, den er auf mich geworfen hatte. Aber das war erst Abends.

Morgens hatte er mich um sieben geweckt, was etwas hart war, weil ich bedingt durch den Auftritt erst um zwei nach Hause gekommen war. Dafür sang er mir mit glockenheller Stimme die gesammelten Hits aus dem Kindergarten vor und sagte noch: „Du musst auch mal vorbeikommen im Kindergarten und Gitarre spielen. Dazu musst du nur Erzieher werden.“ ich glaube, ich bleibe lieber bei meinem Beruf.

Die Tochter drückte sich auch heute so halb um den Mittagsschlaf, dafür hätte auch der Sohn einen gebraucht. Die Mutter und ich sahen uns vorhin an und fragten: „Was war das bitte für ein verrückter Tag?“

Der Sohn demontierte noch fast den Badschrank. Die Tochter war sauer, weil ich sie kein Wasser aus der Badewanne schütten ließ. Zumindest schliefen beide Kinder schnell ein.

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