So langsam gewöhnen wir uns wieder ans Hier und Heute des Alltags. Dazu gehört auch, dass der Sohn immer noch nicht schläft. Ich dachte, der erste Tag Aufstehen und Kindergarten müsste ihn so schaffen, dass er um fünf ins Bett fällt, aber weit gefehlt. Vor der Abendessen bekam er zwar einen epochalen Wutanfall, weil die Mutter nicht akzeptiert hatte, dass er seiner Schwester die Knete klaut, aber fürs Schlafen hat es nicht gereicht.

Vielleicht waren die Ferien auch einfach zu spannend. Gestern auf der Heimfahrt vergoss der Sohn etliche Tränen und sagte: „Ich will nicht nach Hause!“ Er hätte lieber noch länger Ferien gehabt. Wir haben auch wirklich viel gemacht: Waren am Gardasee im Hotel, am Bodensee auf dem Campingplatz, trafen Omas, Opas, Cousins und Freunde, schauten Fische an, fuhren Boot, fuhren Karussell, die Mutter stand sogar auf einem Surfbrett, hüpften auf einem Trampolin, waren in einem Wildpark, aßen gut, tranken ein wenig, gingen fast immer alle gleichzeitig schlafen und wir Eltern freuten uns besonders über die zwei freien Stunden, wenn die Großeltern auf die Kinder aufpassten. Es passierte noch viel mehr, aber es alles zu berichten, würde den Rahmen dieses Textes sprengen.

Heute also wieder Alltag. Der Sohn fuhr im Dreirad, die Tochter im Kinderwagen. Ich kaufte 15 Tiefkühlpizzen für die Kita ein, weil sie diese Woche nicht bekocht wird. Die Tochter kann übrigens immer mehr sprechen, in Zwei-Wort-Sätzen. Sie sagt immer Sachen wie: „Schuhe anziehen…Deirad fahrn…Milch trinken.“ Und natürlich: „Komm!“ und „Weg!“.

Die Mutter und ich fanden uns in unseren Alltag mit unseren Projekten ein. Ich schrieb an meinem Philosophie-Programm und widmete mich meiner neuen Leidenschaft: Dem Malen. Gerade versuche ich mich an Acryl, nachdem es mit Aquarell schon ganz gut läuft. Ich lerne viel und scheitere viel, aber immerhin fragen schon erste Leute, ob man die Bilder auch kaufen kann. Weiß nicht, wie ernst das gemeint ist.

Nachmittags erledigte ich den zweiten Teil des Kita-Einkaufs und kaufte unter anderem noch sechs Packungen Fischstäbchen. Die Kassiererinnen im Rewe halten mich sicher schon für verrückt. Hinzu kommt, dass ich zum Transport der Waren immer den leeren Kinderwagen benutze. 

Ich holte die Tochter ab, die „gehen!“ und „Wagen!“ sagte, ansonsten aber gute Laune hatte. Genau als wir die Kita verlassen hatten, begann es zu regnen, oder vielmehr zu schütten. Wir stießen beim Kindergarten auf Mutter und Sohn betrachteten noch die Geckos im Kindergarten-Terrarium, die sich auf unheimliche Weise vermehrt haben und gingen schnell heim.

Zu Hause unterhielt ich die Kinder mit Malen, Basteln und Rätseln, während die Mutter noch schnell Einkaufen fuhr.

Später gab es Wutanfälle und Ofengemüse. Der Sohn schläft jetzt und ich gleich auch. Die Mutter meinte noch: „Im Urlaub dachten wir ja, das wäre so eine Phase beim Sohn. Jetzt denke ich, vielleicht war das, was wir für eine Phase hielten nur das Vorgeplänkel zu einer Phase.“ Wir werden sehen.

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