Heute hatte ich mal so eine Art richtigen Arbeitstag. Die größte Arbeit bestand darin, nicht sauer zu werden, als der Sohn mich um halb acht mit seinem Ellenbogen weckte. Ich hatte aber auch noch einen anderen Job heute: Mein erster Schreib-Workshop seit Ewigkeiten, wenn man das Seminar an der Uni nicht mitzählt. Endlich wieder junge Menschen beim Texte schreiben begleiten. Ein guter Workshop mit engagierten Leuten ist immer etwas komisch: Man sitzt die meiste Zeit nur rum und schaut zu, wie alle in Ruhe schreiben und hofft, das die Veranstalter nicht denken: Dafür bezahlen wir ihn?

Aber ein bisschen was beigetragen habe ich schon auch. Die Mutter war mit den Kindern und Freunden derweil Grillen, was allen viel Spaß gemacht hat. Diesmal war auch ein Vater dabei, der wirklich Feuer machen konnte.

Wir trafen uns zu Hause wieder, wo ich mich gerade noch kurz hingelegt hatte. Die Tochter schlief auch noch. Mutter und Sohn modellierten zusammen kleine Kunstwerke.

Und dann ging ich schon wieder zur Arbeit: Theatersport spielen. Es war eine sehr gute Vorstellung mit einer WG-Soap, die in einem Kleist-Stück endete, einem Rap-Battle zwischen Tierpfleger und Busfahrer, dem tragischen Abschied von einem Kuscheltier und vielem mehr. Und wir durften ohne Visier singen, was sich unglaublich gut anfühlte.

Zu Hause waren die Kinder schon im Bett. Wir hatten tatsächlich noch Zeit, uns zu unterhalten und bevor ich ins Bett ging fand ich noch Post vom Sohn auf meinem Schreibtisch: Ein abstraktes Kunstwerk aus blauen Strichen.

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