Mein Tag war unverhofft in zwei Hälften geteilt, aber dazu später. Die Mutter weckte mich, weil sie zur Arbeit musste mit dem Kommentar: „Die Tochter ist schon länger wach.“ Und sie war sehr wach. Kaum hatte ich das Zimmer betreten, rief sie: „Papa! Papa!“ und es war klar, was das hieß: Unterhaltung bitte. Ich konnte sie gerade noch überreden, so lange mit ins Bad zu kommen, bis ich geduscht war, indem ich die Tür absperrte, die sie sonst jetzt ja einfach öffnen kann.

Der Sohn ließ sich noch länger Zeit, bis auch er ins Geschehen einstieg. Nach dem Outdoor-Programm gestern war heute Indoor angesagt. Mit Malen nach Farben, Büchern und Knete kämpften wir uns durch den Vormittag. Irgendwann wurde alles Spielzeug zum „Einkaufen“ in der Wohnung verteilt. Später warfen wir unter Gejohle einen gelben Plastikring durch den Flur. Schließlich zog ich den Neues-Spielzeug-Joker, nachdem wir, beziehungsweise ich, alles wieder aufgeräumt hatten. Die Kinder bekamen neue Figuren von der Paw Patrol samt Fahrzeugen, wobei dummerweise das Auto der Tochter Geräusche machen konnte und das des Sohnes nicht. Zu guter Letzt spielte er dann sowieso mit beiden, als die Tochter wieder zur Knete zurückgekehrt war.

Mich erreichte Mittags die Nachricht, dass ich Abends unverhofft zu meinem ersten Auftritt seit langem kommen würde. Ein Kollege vom Theater war ausgefallen.

Die Mutter kam heim und ging mit den Kindern raus. Ein Kollege nahm mich mit nach Herrenberg, wo wir auf dem Marktplatz eine komplette zweistündige Improshow spielen durften. Erste Erkenntnis: Es geht noch. Und es war sehr schön.

Wir spielten einen Krimi-Western mit Horror-Einlage, Shakespeare-ABC, bei dem ich einen Buchstaben übersprang, rappten über Bänker, die auch bei Rosamunde Pilcher noch eine Rolle spielten, kamen wieder im Musical nach Herrenberg und hielten einen Gebärdendolmetschervortrag über Atomspaltung im Komposthaufen. Nach der Show saßen wir beglückt auf dem leeren Marktplatz und tranken ein Bier. Wie früher. Zu Hause waren alle längst im Bett, als ich heimkam.

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