Die Nacht war wirklich grauenhaft. Der Sohn war zwischendurch wach, die Tochter auch und dementsprechend die Laune bei uns Eltern am Morgen. Die Tochter verteilte ihr Müsli auf dem Tisch und lief davon, als ich ihr die Jacke anziehen wollte. Die Mutter brachte sie in die Kita und fuhr zur Arbeit.

Der Sohn stand sehr langsam auf. Ich brachte ihn im Kinderwagen zum Kindergarten. Er weigerte sich, Schuhe zu tragen. Selbst die Jacke wollte er nicht. Zum Glück war der Kinderwagen gut ausgepolstert.

Ich ging wieder nach Hause und konnte kaum glauben, jetzt meine Ruhe zu haben. Ich schrieb, dichtete und arbeitete an einem Antrag für ein Projekt. Selber verblüfft, wie wach ich war. Mittags kam dann der Einbruch. Ich legte mich noch mal hin.

Ich wappnete mich für die Kinder. Die Tochter hatte beste Laune und in der Kita mit Begeisterung Brokkoli gegessen. Der Sohn tobte durch den Garten des Kindergartens und war wohl auch den ganzen Tag bestens gelaunt. Irgendwie stecken die Kinder diese Nächte besser weg als wir Erwachsenen.

Wir waren kurz auf dem Spielplatz, wo beide Kinder neue Klettermöglichkeiten entdeckten. Die Tochter kam fast alleine die Hängebrücke hoch und freute sich, oben auf dem Holzturm zu stehen. Dann merkten sie doch beide, dass sie müde waren. Wir gingen zum Bäcker, holten uns etwas Wehzehrung und rollten ganz langsam nach Hause. Zu Hause gab es Hafermilch und ein bisschen Vorlesestunde. Dann kam auch schon die Mutter heim. Ich kochte schnelle Nudeln und entschwand in mein Zimmer zum Tai Chi, das nach dem Ferien per Zoom weiter geht. Der Sohn leistet mir etwas Gesellschaft und legte sich unter meinen Schreibtisch, während ich Übungen machte.

Heute gingen beide Kinder sehr schnell und sehr lieb schlafen. Ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit.

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