Absurdes Allgemein Alltag Zu Hause

Zu Hause – Tag 355

Heute durfte ich wieder die Tochter in der Kita abliefern. Weniger Drama als die letzten Tage. So langsam gewöhnt sie sich vielleicht wieder dran. Ich hatte den Vormittag über Zeit, endlich den Papierkram für mein Seminar abzuschließen und kreativ zu sein. 

Und so wichtige Dinge tun, wie in Ruhe die Wäsche in die Maschine zu räumen und den Müll runterzubringen. Ich musste mich auf die bevorstehenden Ereignisse des Nachmittags vorbereiten. Ich musste mit der Tochter später noch zum Impfen. Im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen gerade macht sie das nicht so gerne. Zwischendurch drang noch die Nachricht durch, dass in Tübingen ab nächster Woche auch Gastronomie und Kultur in einer Art Modellversuch geöffnet werden sollen. Tübingen auf einmal Nabel der Pandemie-Welt. Das stimmte mich schon euphorisch, aber mal schauen, was es mit dieser Öffnung genau auf sich hat. Kann auch sein, es darf am Ende ein Schauspieler vor einer anderen Person am Stadtrand auftreten. In diesen Zeiten ist ja alles möglich.

Ich holte die Tochter aus der Kita ab und gab ihr gleich mal einen Keks. Ich dachte mir, dann hat sie zumindest vor dem Arztbesuch gute Laune. Hatte sie auch. Wir trafen noch kurz die heimkehrende Mutter und gingen durch die volle Tübinger Innenstadt zur Kinderarztpraxis.

Als wir das Gebäude betraten, guckte die Tochter schon skeptisch. Als wir das wohlbekannte Untersuchungszimmer mit der Liege betraten, war es dann mit der guten Laune endgültig vorbei.

Der Arzt machte zum Glück keine große Sache draus, sagte: „Besser die Hände festhalten…“ und stach der Tochter die Spritze in den Oberschenkel. Sie rastete kurz aus, der Arzt erzählte irgendwas, das ich nicht verstand, weil die Tochter noch schrie. Aus irgendeinem Grund reden die Ärzte dann immer trotzdem weiter, sie könnten einem ja auch einfach einen Zettel geben.

Die Tochter beruhigte sich schnell und ich erfuhr noch, dass das bis zur Einschulung die letzte Impfung war. Alles also halb so wild. Wir gingen noch auf den Spielplatz, wo die Tochter sandelte und rutsche.

Danach gingen wir weiter zum nächsten Spielplatz, wo die Mutter samt Sohn mit einem anderen Jungen aus dem Kindergarten und dessen Mutter verabredet war. Der Sohn rutschte mit Begeisterung, die Tochter später auch. Diesmal ohne sich irgendwas zu verstauchen.

Zu Hause erwartete uns noch ein Paket von der Verwandtschaft mit neuen Büchern und Spielen. Die Kinder und die Mutter waren beschäftigt, ich schob die Fischstäbchen in den Ofen. Und nach dem Essen waren dann alle sehr schnell im Bett.

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