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Zu Hause – Tag 348

Morgens gab es die gerade übliche Rollenverteilung: Die Mutter brachte die Tochter in die Kita. Ich wälzte den verschlafenen Sohn aus dem Bett und in den Kindergarten. Die Mutter hatte es auch etwas eilig: Sie hatte ihren ersten Frisör-Termin nach dem Lockdown. Ich war Mittags damit dran.

Viel mehr passierte Vormittags nicht. In Zeiten wie diesen ist ein Frisörbesuch ja auch ein epochales Ereignis.

Nachdem wir beim Frisör gewesen waren und den Mann hinter der Käsetheke damit überraschten, dass wir heute beide zusammen ohne Kinder einkaufen waren, ging es auch schnell nach Hause und zur Kita. Vormittags hatte uns noch die Nachricht erreicht, dass die Kita heute und auch nächste Woche früher zu machen muss, weil zu viele krankheitsbedingt ausfallen.

Kaum ist das Kind wieder gesund, werden die Kitakräfte krank, könnte man sagen. Nachdem wir die Tochter geholt hatten, aßen wir mit ihr noch etwas. Dann war es auch schon wieder Zeit, den Sohn zu holen. Wir erlebten große Abenteuer, fuhren mit dem Zug in die Stadt und kauften neue Schuhe für die Kinder, bei einem konspirativ ausgemachten Treffen mit dem Schuhverkäufer.

Die Tochter schwatzte mir wortlos nach dem Drogeriemarktbesuch ein Pixi-Buch ab. Der Ständer mit den Büchern beim Schreibwarenladen ist direkt auf Kinderwagenhöhe am Ausgang platziert.

Der Sohn bekam dafür von der Mutter ein neues Knete-Set zum Burger machen. Er war die nächste Zeit gut beschäftigt.

Ich kochte. Wir aßen für unsere Verhältnisse relativ ruhig. Die Tochter ging schnell schlafen. Der Sohn knetete noch, ließ sich vorlesen, sortierte CDs, baute einen „Kran“ aus seinem Fahrradschloss und fand dann auch langsam den Weg ins Bett.

Ich erzählte noch Geschichten über müde Zebras und Nilpferde. Als ich aufstehen und aus dem Zimmer gehen wollte, weil es so still war, dass ich dachte, er wäre eingeschlafen, sahen mich zwei große Augen an. Ich sagte: „Ich dachte, du schläfst schon!“ Er sagte: „Natürlich nicht!“ Nach weiteren fünf Minuten, in denen ich selber ein bisschen einschlief und jegliches Zeitgefühl verlor, war es dann geschafft.

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