„Maln! Maln!“ sagte die Tochter gestern und zeigte auf Stifte und Papier. Das hatte ich ganz vergessen zu schreiben. Als wir heute den Sohn vom Kindergarten abholten, zeigte sie auf den Basketballplatz nebenan und sagte schon zum wiederholten Male: „Ball!“ Die Inzidenzen steigen vielleicht wieder, dafür steigt bei ihr das Vokabular.

Der Vormittag war so ruhig wie immer in letzter Zeit. Ich war Einkaufen, während die Mutter vor dem Bildschirm Sport machte. Nachmittags holte ich die Tochter ab Die Erzieherin berichtete begeistert: „Sie hat so eine Freude daran, im Matsch zu spielen, noch mehr als die anderen Kinder. Tja, deshalb sieht sie jetzt so aus.“ Ich nahm das schlammbedeckte Kind auf den Arm und dachte mir: „Egal, meine Winterjacke trage ich jetzt ja nicht mehr lange.“ Mit Kindern gewöhnt man sich daran, in jeder Montur so auszusehen, als wäre man gerade in den Straßengraben gefallen.

Wir holten den Sohn ab, der netterweise wieder vom Kindergartenpersonal angezogen worden war. Die dachten sich wohl: Wenn wir ihn anziehen, können wir eine halbe Stunde früher Feierabend machen.

Zu Hause hatte ich zwei hungrige Kinder, die mir die Fruchtriegel aus den Händen rissen. Danach wurde natürlich gemalt. Nur die Fingerfarbe auszupacken, lehnte ich ab. Dafür spielten beide Kinder mit der Knete des Sohnes. Die Handgemenge zwischen beiden werden immer geübter. Die Tochter weiß immer besser, wo sie den Sohn kneifen muss und er übt den ein oder anderen Judo-Wurf mit ihr. Ich gehe dazwischen, bevor es zu schlimm wird, aber es geht alles immer sehr schnell. Die Tochter kletterte wieder und fiel einmal in den Spalt zwischen Wand und Sofa, überstand es aber gut.

Die Mutter kam heim von der Arbeit, es gab schnelle Maultaschen. Nach dem Essen drehten beide Kinder nochmal auf. Die Tochter rannte mit einer Unterhose des Sohnes über dem Kopf durch den Flur und scherte sich nicht darum, dass sie ab und zu gegen ein Stück Wand lief. Sie dachte sich wohl: Wenn ich was sehe, ist es auch nicht anders.

Danach waren beide Kinder sehr müde und gingen nach etwas Drama schnell schlafen.

Related Articles

All articles

  • Kunst Lange Zeit war es ein bisschen still hier. Zeit, mal wieder eine neue Serie zu starten. Ich habe mir überlegt, alles ein bisschen mehr miteinander zu verknüpfen: Die Kinder, die Kunst und alles, was ich sonst noch so mache. Für Fans der alten Beiträge aus der Rubrik „Zu Hause“ soll es auch weiterhin etwas… Read

    , ,

    ·

  • Ich kam wirklich sehr lange nicht zum Schreiben, was auch seine Gründe hatte. Und mit einem Krankenhausaufenthalt. Aber beginnen wir am Anfang. Ich weiß gar nicht mehr, wann der große Sohn krank wurde. Ich schrieb ja schon von Notfallmedikamenten und so. Auf jeden Fall, wurde r, nachdem er gerade wieder gesund war, wieder krank. Die… Read

    , , ,

    ·

  • Das waren etwas dramatische Tage. Der große Sohn hatte mehrere Asthma- und oder Pseudokrupp-Anfälle vor dem Wochenende. Wir haben alle Register gezogen, was die Notfallmedikamente anging, waren kurz davor, ins Krankenhaus zu fahren. Ich habe Nachts jede Stunde die Sauerstoffsättigung gemessen. Jetzt ist zum Glück alles wieder ok. Dafür bin ich jetzt erkältet. Gerade werden… Read

    , , ,

    ·

Get updates

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Entdecke mehr von Harry Kienzler

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen