Es war Mittag. Ich hatte einen guten Teil meiner Schreibtischarbeit hinter mir und dachte: „Jetzt mache ich noch ein bisschen Pause.“ Da klingelte das Telefon. Die Kita war dran. Die Tochter müsse abgeholt werden, es ginge ihr nicht gut. Ich trabte also in die Kita. Dort erfuhr ich: Die Tochter hatte nicht gegessen, wenig geschlafen und war auch ansonsten schlecht drauf.

Das mit dem Essen machte mir dann doch Sorgen. Ich ging mit der Kleinen einkaufen. Zur Überprüfung ihres Appetits kaufte ich ihr einen Früchteriegel. Es stellte sich raus: Essen an sich ist kein Problem. Zu Hause aß sie dann noch Nudeln und Brot, also alles, was sie in der Kita nicht gegessen hatte. Sieht also eher danach aus, als wäre sie nicht krank, sondern hätte ganz einfach Charakter.

Was auch immer, morgen hat sie sowieso einen Arzt-Termin zum Impfen, also nicht gegen Corona, aber gegen die vielen anderen Krankheiten, die es ja auch noch gibt. Später holten wir den Sohn ab. Er war sehr sauer, dass er den Kindergarten verlassen musste. Gerade noch hatte er mit dem „Zaubersand“ gespielt und jetzt musste er mit diesem Vater und dieser Schwester wieder nach Hause.

Er zahlte es uns heim, indem er betont langsam Laufrad fuhr. Wir brauchten eine halbe Stunde für den Heimweg, der eigentlich nur fünf Minuten dauern sollte. Zu Hause war ich heute nicht allein, sondern hatte noch etwas Ablösung, so dass ich an einem Logo für ein neues Projekt basteln konnte. Ich wurde nur ab und zu unterbrochen, um Milch für die Kinder zu machen. Sie tranken sehr viel Milch heute.

Die Mutter kehrte heim und wir aßen Fischstäbchen, was irgendwie immer die Laune hebt. Beide Kinder aßen völlig normal. Nach dem Essen spielten wir noch Fange. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber irgendwann waren wir alle involviert. Es war ein sehr schöner Moment, als die Mutter mit der Tochter auf dem Arm auf mich zuraste „WEG! WEG! WEG!“ sagte in einem Tonfall, der mir klarmachte: Das ist kein Spaß hier. Sie will gewinnen. Fange spielen scheint ihr eine Menge zu bedeuten.

Die Tochter ging ins Bett. Der Sohn war noch überraschend fit nach der Aktion, aber irgendwann schaffte er es dann auch ins Bett. Und er hat sich seit dem Kindergarten zumindest abgewöhnt, nach dem Schlafen gehen nochmal aufzustehen.

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