So schlimm war der Tag heute gar nicht. Beide Kinder konnten in Kita und Kindergarten und blieben auch da bis zum vereinbarten Zeitpunkt. Der Morgen war wie immer turbulent, aber wir kämpften uns durch den Schnee und unsere Straße, die leider von der Stadt nicht geräumt wird.

Der Sohn spielte morgens noch ein „Schlafsackzwergle“ und war natürlich schwer beleidigt, als er den Schlafsack ablegen musste. Nachdem er das überwunden hatte, ließ er es sich aber nicht nehmen, mit dem Laufrad zum Kindergarten zu fahren.

Ich nutzte den Vormittag für allerlei Liegengebliebenes und lauschte immer, ob nicht doch noch das Telefon klingelte, weil ich ein Kind abholen müsse, aber es tat sich nichts. Als erste holte ich die Tochter ab, die ja gerade in der Kita so eine Art zweite Eingewöhnung erlebt. Sie wurde mir mit den Worten übergeben: „Sie hat sich heute die Haare eingecremt.“ So sah sie auch aus. Wie sie an die Creme gekommen war in der Kita, in der ja normalerweise keine Creme einfach so herumliegt, wurde nicht ganz klar. Wir hatten zu Hause auf jeden Fall was zu tun: Haare waschen. Beim ersten Versuch brachte es leider wenig. So eine Creme ist halt ganz schön fettig.

Wir holten den Sohn aus dem Kindergarten ab, der erst gar nicht gehen wollte und dann unbedingt zu Fuß gehen. Wir brauchten eine Stunde für den Heimweg, wobei ich mich auch nicht besonders beeilte, sondern es eher als zusätzliche Outdoor-Aktivität ansah.

Auf dem Heimweg war gerade die ganze Armada der Tübinger Schneeräumfahrzeuge unterwegs, die bei uns um die Ecke ihren Parkplatz haben. Der Sohn begrüßte jedes einzelne enthusiastisch. Er sagte: „So viele Schneepflüge! Da platzen mir ja die Handschuhe!“

Zu Hause hatte ich noch eine Überraschung parat: Das neue Fahrradschloss für das Laufrad des Sohnes, das er begeistert überall in der Wohnung anschloss, wobei ich natürlich jedes Mal wieder die Zahlenkombination neu einstellen durfte. Bei dieser Gelegenheit fanden wir auch das alte Schloss der Mutter wieder, das verschollen war und dessen Verschwinden mich dazu veranlasst hatte, das neue zu kaufen.

Die Tochter machte noch eifrig Musik mit dem Piano-Buch von der Ur-Oma, an dem so ein kleines Mini-Keyboard befestigt ist. Und vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, aber ich glaube, sie spielte nicht ganz so schief darauf wie ihr Bruder.

Die Mutter kehrte heim. Wir aßen sehr schnell. Ich zog mich zurück zum Qui Gong per Zoom. Die Kinder gingen noch mal baden. Die Creme musste ja aus dem Haar der Tochter entfernt werden. Sie schlief auf jeden Fall gut ein heute nach zwei Mal baden. Der Sohn zierte sich noch etwas beim Haare schneiden, dann schlief auch er schnell ein.

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