So eine Nacht neben einem hustenden Kind ist schon nervenzehrend. Zum Glück ging ich früh schlafen. Der Morgen war ganz in Ordnung. Wir hatten noch verspätete Weihnachtspost bekommen und der Sohn zum Frühstück ein Sticker-Album. War also nicht so schlimm, dass er nicht in den Kindergarten durfte. Und nur um alle Nerven zu beruhigen: Es ist zwar Husten, aber vor allem Schnupfen, kein hohes Fieber. Sieht nicht nach Corona aus.

Die Mutter brachte die Tochter in die Kita, wo sie heute etwas besser gelaunt war. Ich baute mit dem Sohn nach dem Frühstück einen Bauernhof aus Lego. Was musste der Bauernhof natürlich als erstes haben? Einen Geräteschuppen. Das war dem Sohn ganz wichtig. Bewacht wurde der Schuppen von einem Pandabär.

Mit vereinten Kräften schlugen wir uns durch den Tag. Nachmittags ging ich auf Einkaufs-Tour in die Stadt. Die Mutter holte mit dem Sohn die Tochter ab und ging mit beiden etwas in den Schnee. Ich traf auf dem Weg einen Kollegen von Theatersport. Das war sehr schön, auch wenn die Gesprächsthemen sich gerade immer gleichen.

Zu Hause hatte ich noch ein bisschen Pause, während die Mutter die Kinder bespaßte. Die Tochter hatte mit dem verspäteten Weihnachtspaket noch ein Angelspiel geschenkt bekommen, das der Sohn sofort annektierte. Die Tochter kann jetzt eine neue Art von Entrüstungsschrei, der noch höher ist als der alte. 

Zum Abendessen machte ich etwas aus meinem neuen Kochbuch und versuchte mich an Sukiyaki. Auch wenn ich nicht alle originalen japanischen Zutaten verwendete, wurde es sehr gut. Zumindest Tochter und Mutter mochten es. Der Sohn war krank und schlecht gelaunt. Zum Nachtisch gab es noch Eis. Es war auch Kaffee-Eis dabei, das die Kinder natürlich nicht bekamen. Ich sagte zum Sohn: „Kaffee ist ja nichts für Kinder.“ Und er sagte: „Ja, Kaffee ist nur für Menschen.“

Absurderweise brauchte er wieder länger zum Einschlafen. Vielleicht hatte das Eis ihn fit gemacht. Jetzt schläft er und ich hoffe auf eine etwas ruhigere Nacht. Vielleicht schnarcht er heute ja nur, anstatt zu husten.

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