Noch müssen wir uns dran gewöhnen, morgens diese kleine Karawane zu bilden, die erst zur Kita und dann weiter zum Kindergarten zieht. Heute war die Tochter nicht ganz so euphorisch 

wie sonst beim Betreten der Kita. Dafür verabschiedete der Sohn sich im Kindergarten nur mit einem kurzen Winken.

Ich ging heim an den Schreibtisch und versuchte das Beste aus den zweieinhalb Stunden alleine zu machen. Danach holte ich den Sohn ab, der gerade ein Bauwerk aus Lego konstruierte. Morgen darf er zum Mittagessen bleiben. Das ist ein großer Schritt. Meistens geht es danach dann alles schneller mit dem Eingewöhnen.

Wir fuhren noch eine Runde mit dem Laufrad spazieren, nachdem ich eingewilligt hatte, mit dem Sohn zum Bäcker zu gehen, um dort genau einen Gummifrosch zu kaufen. Zum Glück kam er bisher nicht auf die Idee, dass man auch mehrere Gummifrösche kaufen könnte.

Zu Hause malten wir Ausmalbilder aus, die die Kita uns netterweise vermacht hatte. Der Sohn kommentierte alles: „Das ist aber ein schönes Bild geworden!…Jetzt haben wir aber ein schönes Bild gemalt!…“ Am wichtigsten war ihm, die Bilder nach dem Malen noch zu falten, damit sie „trocknen“ konnten.

Nachmittags holten wir die Tochter ab, die keinen so tollen Tag in der Kita hatte. Sie war ziemlich still. Vielleicht vermisst sie auch ihren Bruder. Oder es kommt jetzt die Phase nach der Eingewöhnung, in der alle Kinder erstmal keine Lust mehr auf die Kita haben.

Zu Hause spielten die Kinder sehr wild. Ich war mit den Nerven etwas am Ende. Die Tochter wollte immer auf den Stuhl des Sohnes klettern, der Sohn wollte immer ein anderes Buch als sie lesen. Wir landeten im Kinderzimmer, wo der Sohn eine Schnecke spielte, die in ihrem Schneckenhaus feststeckte. „Meine Eier! Wo sind meine Eier?“ rief die Schnecke, während sie versuchte, sich aus ihrem Haus zu schälen.

Die Mutter kam heim. Alle waren müde. Wir hatten zum Glück ein schnelles gutes Essen parat. Die Tochter ging schnell schlafen. Der Sohn brauchte noch etwas. Er angelte mit der Mutter und mir nach Memory-Karten und sagte dazu: „Da muss noch ein Knödel an meine Angel! Ich brauche einen Knödel! Haben wir Würmer?“ Mit „Knödel“ war wohl ein Köder gemeint. Wir sagten, wir hätten keine Würmer in der Wohnung, wobei man sich da mit Kindern natürlich nie ganz sicher sein kann. 

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