Die Tochter kletterte heute mit einer solchen Begeisterung auf den Trip Trap des Bruders, dass ich den Stuhl irgendwann in meinem Büro einschließen musste. Sie kann das schon sehr gut, aber sie stellt sich gerne oben hin um die Aussicht zu genießen und wackelt dabei bedenklich. Sie hat auch die Haustreppe für sich entdeckt und rast jetzt gerne darauf zu, wenn wir die Wohnungstür etwas zu lange geöffnet haben. Jetzt wissen wir, wer aus der Familie am ehesten mal Bungee-Jumping ausprobieren wird.

Ansonsten las ich der Tochter sehr viel vor, während die Mutter mit dem Sohn im Kindergarten war. Und ich bilde mir ein, sie hätte heute das Wort „Paprika“ gesagt. Aber sie wiederholt es nicht zuverlässig auf Befehl. Wir machten auch noch einen kleinen Spaziergang zu einem konspirativen Treffen mit einem Kollegen, der mir draußen am Haagtor ein Buch übergab. Wir nutzten die Gelegenheit, um uns zu unterhalten. So was macht man ja kaum noch in dieser Zeit. Wir klagten uns unser Künstler-Leid und ich ruckelte mit der Tochter wieder nach Hause.

Dort erwarteten uns schon Mutter und Sohn zum Mittagessen. Der Sohn spielte mit Knete nach dem Essen. Es ging wohl um eine Schnecke, die sagte: „Ich habe mein Schneckenhaus verloren.“ So fühlt sich der Sohn wohl gerade auch. Als die Mutter ihn fragte, ob er lieber wieder in der Kita wäre statt im Kindergarten, musste er schwer schlucken.

Danach ging die Mutter mit den Kindern raus in den Schnee. Ich hängte Wäsche auf. Nachmittags hatten wir beide noch ein bisschen Ablösung. Ich dichtete weiter am Gedicht für das nächste Video. Abends waren beide Kinder sehr müde. Aber die Tochter zeigt jetzt auf die richtige Person, wenn man sie fragt: „Wo ist der Papa?“ Und sie unterhliet sich noch lange mit sich selber in ihrem Bettchen.

Der Sohn drehte noch eine extra Runde und machte Puzzles, dann hatte er es auch geschafft. Morgen bin ich wieder dran mit Kindergarten.

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