Ich stand auf, als die Mutter zur Arbeit musste und übernahm die hyperaktive Tochter. Sie flitzte schon durch die ganze Wohnung und war nur schwer davon abzuhalten, sich auf ihren noch schlafenden Bruder zu stürzen, der dann auch bald genervt erwachte. Vorher verteilte sie noch eine Packung Q-Tips im Bad, die die Mutter ihr gegeben hatte, weil sie dachte, sie könnte sie nicht aufreißen. Falsch gedacht.

Nach unserem Frühstück, das mehr oder weniger gemeinsam ablief, gingen wir schon bald nach draußen mit Laufrad und Kinderwagen. Wir hatten eine Mission: Erst zur Kita und ein Formular unterzeichnen lassen, dann zum neuen Kindergarten und alle Anmeldeunterlagen für den Sohn abgeben.

In der Kita erwartete uns ein lustiges Bild: Drei Erzieherinnen hüteten das eine Kind, das jetzt schon in Notbetreuung ist. Zum Trost für seine Einsamkeit bekam der Kleine Pommes. Wir gingen weiter zum Kindergarten, wo der Sohn sich respektvoll umschaute, während ich die Unterlagen abgab.

Die Tochter schlief in ihrem Wagen ein. Der Sohn wollte auf keinen Spielplatz, sondern nur Laufrad fahren. So machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt, begleitet von meinen Anweisungen: „Anhalten! ..Ja, sehr gut….Nicht der Oma in die Haxen fahren…Ok…Schau nach vorne!…“ Insgesamt machte der Sohn seine Sache aber sehr gut.

Zu Hause durfte die Tochter an einer Karotte nagen, was ihr sehr gefiel. Ich las sehr viele Bücher vor, dann wurde die Tochter auch schon wieder müde und schlief noch eine Runde. Der Sohn lag auf dem Sofa und trank eine Milch. Ich hörte ein dumpfes Geräusch. „Papa, ich bin vom Sofa gefallen!“ sagte der Sohn. „Wie ist das denn passiert?“ fragte ich. Er überlegte kurz, kam zu keinem Ergebnis und sagte dann: „Moment, ich mach’s noch mal!“

Später machten wir auf Anregung des Sohnes Essen aus Knete: Pommes, Spaghetti und „Würschtle“. Sehr gesund. Ausnahmsweise durfte sogar die Tochter an die Knete, was sie überglücklich machte.

Nach der Heimkehr der Mutter aßen wir noch kurz. Die Kinder drehten noch mal komplett auf, nachdem sie den Tag über ungewöhnlich brav gewesen waren. Dann schlief ausnahmsweise der Sohn sehr schnell ein. Nur die Tochter tut sich gerade noch etwas schwer. Verkehrte Welt.

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