Zum Frühstück biss die Tochter in ihr Brezelstück wie in einen Hähnchenschenkel. Man weiß bei ihr nie so genau, was sie schon so mitbekommt. Sie guckt immer ein bisschen so, als würde sie uns alle ein bisschen an der Nase herumführen. Laut der Mutter hat sie vor dem Frühstück sogar „Brezel“ gesagt. Wenn das wirklich ihr erstes Wort war, ist sie Schwaben ja gut aufgehoben.

Ich weiß nicht mehr, was wir Vormittags noch so machten. Wahrscheinlich das Übliche. In Lockdown-Zeiten verschwimmt alles ein bisschen. Auf jeden Fall ging die Mutter mit den Kindern Nachmittags noch raus. Ich hatte ein bisschen Pause.

Die Restfamilie kam vom großen Ausflug zurück und hatte viel erlebt. „Wir haben einen Unfall gesehen!“ sagte der Sohn. „Die beiden Autos waren total kaputt!“ Er war begeistert. Ich verzichtete darauf, ihm zu erklären, dass die Autofahrer es vielleicht nicht ganz so toll fanden. War zum Glück nur ein normaler Auffahrunfall.

Aber damit nicht genug; „Und wir sind Bus gefahren!“ Die Mutter war für zwei Stationen auf Drängen des Sohnes noch in den Bus gestiegen. Hoffentlich hatten alle Masken auf. In der Stadt war wohl nicht viel los heute.

Die Tochter klaute Abends noch die Wäsche vom Wäscheständer. Der Sohn sagte im Ton der Kita-Erzieherinnen: „Was machst du denn da? Das darfst du doch nicht! Hast du Tomaten in den Ohren? Ich muss die wohl mal spitzen!“ Nachdem das nichts brachte, räumte er selber die Wäsche ab. Beide Kinder klauten sich gegenseitig Wäsche und flitzten kichern durch die Wohnung.

Später Abends zeigte sich noch ein interessantes Phänomen von stiller Post. Der Sohn und ich aßen Weihnachtsplätzchen. Der Sohn fragte mich: „Willst du noch Plätzchen?“ Ich sagte: „Ja, nur noch eines.“ Der Sohn ging zur Mutter, die neben der Keksdose stand und sagte: „Der Papa will noch so einige!“

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