Nach einer durchröchelten Nacht mit einem kranken Sohn neben mir, stürmten wir morgens das Badezimmer, um der Mutter ihr Geburtstagsständchen darzubringen. Ich sang und der Sohn nickte zustimmend. Die Tochter war auch schon hellwach und kommandierte uns zum Frühstück. Die Mutter packte ein paar Geschenke aus. Der Sohn aß außerordentlich gut. Er ist ja auch krank.

Nach dem Frühstück kämpften wir uns Richtung Mittagessen und mussten den Großeltern mitteilen, dass kein Geburtstagsbesuch stattfinden würde aus Gründen des Infektionsschutzes. Laufende Nasen bei Kindern bringen ja sonst schon die Nerven der Eltern leicht zum Flattern In diesen Zeiten noch mehr.

Nach dem Essen gingen wir in die Stadt und erledigten verschiedene Einkäufe. Vor der Buchhandlung gab es unverhofft Straßenmusik und wir lagen uns zu „Fly me to the moon“ in den Armen. Die Tochter wippte zur Musik im Kinderwagen, der Sohn sagte: „Weiter!“

Wir gingen um die Ecke zum seltsamen Steinspielplatz mit dem Trampolin. Die Tochter hüpfte mindestens so gerne wie der Sohn, der dabei einem Flummi gleicht. Nach längerem Warten auf einen Smoothie aus dem entsprechenden Laden, der noch nicht ganz so firm war in Sachen Straßenverkauf, gingen wir nach Hause.

Dort trafen wir kurz die Oma, die uns netterweise Essen vorbei brachte, wo wir es schon nicht bei ihr essen konnten. Zuerst aßen wir noch den Kuchen, den wir aus der Stadt mitgebracht hatten. Kulinarisch hatte der Tag auf jeden Fall einiges zu bieten. Der Sohn trank zwischendurchnoch Milch, die er zuerst verschmähte mit dem Kommentar: „Die hat die falsche Temperatur!“ Die Tochter führte immer wieder ihr neues Kunststück vor: Sie klettert auf einen kleinen Hocker, kniet darauf freihändig und klatscht dann in beide Hände. Muss sie wohl in der Kita gelernt haben.

Nach dem sehr guten Abendessen war die Tochter am Ende und der Sohn spielte Szenen aus seinem eigenen „Spielzeugkanal“ Trotz seiner Krankheit schaffte er es, bis um viertel nach zehn wach zu bleiben. Mal schauen, was der Sonntag so bringt.

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