Abends machte ich die Kühlschranktür auf. Eine Schale Beeren fiel heraus, ich bückte mich, stützte mich auf die Küchenhandtuchstange, sie brach ab und von dem Lärm wachte die Tochter auf. Unsere kollektive Reaktion auf diese Reihe von Missgeschicken: Achselzucken. Mit Familie wird man vielleicht doch gelassener.

Der Morgen war schon ähnlich chaotisch gelaufen. Die Kinder landeten in der Kita, ich am Schreibtisch und die Mutter machte Sport per Zoom-Meeting. Irgendwann wird alles ein großes Zoom-Meeting sein. Theoretisch kann man auch so einkaufen: Man redet mit einem Verkäufer, der berät einen und verschickt die Ware. Wird alles noch kommen.

Ich machte Mittags Großeinkauf. Alle hatten es noch eiliger als sonst. Die Mutter war zwischendurch noch beim Frisör und holte dann die Kinder ab. Der Sohn sammelte eine Menge Sympathiepunkte, als er sie ansah und fragte: „Warst du beim Frisör?“

Der Sohn geizte auch sonst nicht mit Bonmots. Beim Hände waschen sagte er zu mir: „Hey! Erst meine Ärmel hochkrempeln! Sonst wird mein T-Shirt dreckig! Und das ist gar nicht toll!“

Leider läuft ihm ziemlich die Nase. Die nächste Woche könnte also noch mehr Quarantäne-Feeling bekommen. Die Tochter lässt sich immer mehr vorlesen und brauchte heute etwas länger zum Einschlafen. Sie war später dran als ihr Bruder.

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