Sohn baute zum Frühstück eine Straße durch die Wohnung. Aus Handtüchern und Kissen. Es war enorm wichtig. Zum Glück bietet unsere Wohnung nicht unbegrenzten Baugrund für den Straßenbau. So schafften wir es noch rechtzeitig in die Kita.

Mittags war ich Einkaufen in der Stadt und konnte abwechselnd Menschen beobachten, die wirklich überall Maske trugen und andere, die es gar nicht taten. Auf jeden Fall war eine Menge los. Als müssten alle noch mal raus, bevor vielleicht doch noch ein richtiger Lockdown kommt.

Nachmittags holte ich die Kinder aus der Kita. Sie hatten Laternen gebastelt. Ich machte spontan mit den beiden einen improvisierten privaten Laternenlauf. Eigentlich kam die Initiative vom Sohn. Er ging direkt von der Kita los mit seiner unbeleuchteten Laterne in der Hand und sang: „Laterne, Laterne…“ Und das machte er dann noch zwanzig Mal, bis wir beim Spielplatz waren.

Auf dem Spielplatz waren zum Glück zwei seiner Freunde aus der Kita und so schafften wir es nur unterbrochen von einem kleinen Besuch beim Bäcker, bis zum Einbruch der Dunkelheit draußen zu bleiben.

Wir kehrten heim. Die Mutter kehrte heim. Es gab Curry. Der Sohn erzählte noch Dinge wie: „Schnabeltiere haben auch eine Nase! Nur einen anderen Mund!“ Er spielte noch Krankentransport mit dem Kindersitz fürs Auto. Die Tochter ging ins Bett.

Heute brauchte der Sohn ein bisschen länger zum Einschlafen. Vielleicht hat er sich jetzt an die Outdoor-Aktivitäten gewöhnt. Wir müssen ihm wohl ein Laufband oder so besorgen, um ihn noch mehr auszupowern.

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