Ein nervenaufreibender Tag geht zu Ende. Ausnahmsweise ging es weniger um die Kinder, sondern diese verdammte Wahl. Heute Morgen hatte ich mich schon fast damit abgefunden, dass Trump gewinnt, jetzt hoffe ich wieder für Biden. Ansonsten gingen die Kinder wirklich sehr lieb in die Kita. Der Sohn stand sogar schon wieder fast von alleine auf.

Ich konnte den Tag am Schreibtisch verbringen und alle halbe Stunde nach neuen Ergebnissen schauen. Die Tochter blieb eine halbe Stunde länger in der Kita als ausgemacht. Das ist gerade immer so. Die Erzieherinnen sind extrem sorgfältig, was das Eingewöhnen angeht.

Zufälligerweise waren auch alle anderen Kinder samt dem Sohn gerade im Flur, als ich die Tochter holte und so nahm ich den Sohn auch gleich mit. Ich schlug ihm vor, er könne ja noch mit den anderen Kindern raus, aber seine Antwort war das erwartete „Nein!“.

Man muss ihn da verstehen. Die meisten Kinder in der Kita sind inzwischen jünger als er und eher nervig als interessant. Zu Hause durfte ich wieder den Opa spielen, der im Kinderzimmer Geschenke überreicht bekommt. Sohn und Tochter freuten sich gleichermaßen, wenn ich ein Kuscheltier aus der Verpackung zog und Dinge sagte wie: „Oh, ein Kuscheltier, das kann ich gut gebrauchen!“

Das Ganze ging so lange, bis ein Großteil des Spielzeuges im Kinderzimmer ausgepackt war und die Tochter einen verspäteten Mittagsschlaf machte. Ich durfte dem Sohn einige Bücher vorlesen. Haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Da kann man auch mal eine Stunde lang „Der Rabe Socke“ und ähnliche Highlights zum Besten geben.

Die Mutter kam heim. Die Tochter wachte auf. Es gab gutes Abendessen von der Oma und anschließend spielte der Sohn noch einen Zwerg, der sich eine Höhle im Bett gebaut hatte. Die Tochter ging schlafen. Der Sohn war jetzt Patient in einer Klinik, wo der Oberarzt, also ich, ihm vorschlug, seine Krankheit im Bett mit viel Schlaf auszukurieren. 

Ich zog ihn auf der Krankenbahre in From einer kleinen Matratze noch ein Weilchen durch die Wohnung, machte ihn fertig fürs Bett, also für die Klinik und dann schlief er tatsächlich ein.

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