Der Sohn schläft! Um halb neun! Fühlt sich an wie früher der erste Tag der Sommerferien. Morgens lief auch alles ganz gut. Nur dass der Sohn sich in der Kita so an mich klammerte, dass ich gar nicht dazu kam, anzuregen, die Tochter heute ma später abzuholen.

Dennoch hatte ich den Vormittag frei und konnte ein neues Gedicht für die Reimpatrouille schreiben. Mittags holte ich die Tochter ab, die wieder aß und trank, als hätte es den ganzen Tag nichts gegeben. Vielleicht sind sie in der Kita überfordert mit einem Kind, das nach jedem Essen noch eine Zwischenmahlzeit braucht.

Ich war gut beschäftigt mit der Kleinen. Inzwischen weiß ich auch, was „Ma!“ bedeutet. Sie zeigt auf etwas und will es haben. Vielleicht steht es für „Mag!“ oder so. Ich musste viele Bücher vorlesen, wobei vorlesen bei ihr eher heißt, das Buch so zu halten, das sie es gut und energisch umblättern kann.

Wir machten Kita-Einkauf und besorgten absurde Dinge wie acht tiefgefrorene Flammkuchen und Unmengen Lachs. Ich weiß nicht, was da gerade ernährungstechnisch in der Kita abgeht. Ich kaufe einfach ein, was auf dem Zettel steht.

Mit den Einkäufen im Kinderwagen holten wir den Sohn ab, der gerade noch mit einem Buch unterhalten wurde. Dann zeigte er uns den „Jackentrick“, den er in der Kita gelernt hat: Die Jacke umgekehrt vor sich auf den Boden legen, die Arme in die Ärmel stecken und dann schwungvoll über den Kopf werfen und schon hat man die Jacke an. Demnächst kann er damit im Varieté auftreten, wenn es mal wieder öffnet.

Zu Hause tobten wir zu dritt durch die Wohnung oder die Kinder über mich her. Der Sohn spielte das Fische-Spiel nach seinen eigenen Regeln, die Tochter das Bären-Spiel.

Die Tochter pfiff ausführlich auf dem Zug, einem Plastikteil, auf dem man pfeifen kann. Die Mutter kehrte heim. Der Sohn sagte noch: „Ich will Urlaub!“ und wenig später: „Ich muss die Schwester reparieren.“ Ob repariert oder nicht, auf jeden Fall war der Rest des Abends sehr erholsam.

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